Im Jahr 2024 war die Wirtschaft in Hessen gegenüber 2023 um 0,4 Prozent gewachsen und im Bund um 0,5 Prozent gesunken.
Nominal, das heißt ohne Preisbereinigung, nahm das hessische BIP 2025 um 3,0 Prozent (Deutschland: plus 3,3 Prozent) auf 382 Milliarden Euro (Deutschland: 4.470 Milliarden Euro) zu. Das hessische BIP hatte einen Anteil von 8,6 Prozent am deutschen BIP.
Preisbereinigte Bruttowertschöpfung in Hessen im Jahr 2025 unter Bundesdurchschnitt – Dienstleistungsbereiche mit dämpfendem Effekt
Die Differenz gegenüber dem Bundesdurchschnitt ist vor allem auf die Entwicklung in den Dienstleistungsbereichen zurückzuführen: Während die preisbereinigte Bruttowertschöpfung in den Dienstleistungsbereichen in Hessen um 0,2 Prozent zurückging, nahm sie in Deutschland insgesamt um 0,6 Prozent zu. Aufgrund ihres hohen Anteils an der gesamtwirtschaftlichen Leistung prägten die Dienstleistungsbereiche die Gesamtentwicklung in Hessen maßgeblich.
Innerhalb der Dienstleistungsbereiche leistete der Teilbereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistungen; Grundstücks- und Wohnungswesen“ den größten Beitrag zur negativen Entwicklung der hessischen Wirtschaft: In Hessen verringerte sich hier die Bruttowertschöpfung um 1,5 Prozent, im Bundesdurchschnitt um 0,6 Prozent. Ausschlaggebend war insbesondere ein deutlicher Rückgang bei den hessischen Unternehmensdienstleistungen.
Die Teilbereiche „Handel, Verkehr, Gastgewerbe; Information und Kommunikation“ (Hessen: plus 1,0 Prozent, Deutschland: plus 1,3 Prozent) und „Öffentliche und sonstige Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit“ (Hessen: plus 0,3 Prozent, Deutschland: plus 1,2 Prozent) verzeichneten einen preisbereinigten Anstieg. Die Zuwächse blieben jedoch jeweils hinter der Entwicklung im Bundesdurchschnitt zurück.
Im Produzierenden Gewerbe verringerte sich die preisbereinigte Bruttowertschöpfung in Hessen um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Deutschland: minus 1,1 Prozent). Innerhalb des Sektors zeigten sich deutliche Unterschiede: Das Baugewerbe verzeichnete mit einem Rückgang von 6,0 Prozent (Deutschland: minus 2,9 Prozent) die stärksten Einbußen im Branchenvergleich und schrumpfte damit bereits das vierte Jahr in Folge. Das hessische Verarbeitende Gewerbe verzeichnete ein leichtes Plus von 0,2 Prozent, während die Bruttowertschöpfung in diesem Bereich im Bundesdurchschnitt um 1,0 Prozent zurückging.
Arbeitsproduktivität in Hessen leicht rückläufig
Das BIP im Jahr 2025 wurde von 3,62 Millionen Erwerbstätigen erwirtschaftet, die in Hessen ihren Arbeitsplatz hatten. Das waren 0,2 Prozent mehr als im Vorjahr (Deutschland: 0,0 Prozent). Weil die Zahl der Erwerbstätigen stärker stieg als das BIP, verringerte sich die Arbeitsproduktivität – das ist das preisbereinigte BIP je erwerbstätiger Person – in Hessen um 0,5 Prozent (Deutschland: plus 0,3 Prozent). Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden sank um 0,1 Prozent (Deutschland: minus 0,2 Prozent) und die auf die Arbeitsstunde bezogene Produktivität war um 0,2 Prozent geringer als 2024 (Deutschland: plus 0,4 Prozent).
Jede erwerbstätige Person in Hessen erwirtschaftete rein rechnerisch einen Beitrag zum hessischen BIP in Höhe von 105.600 Euro. Das waren 8,6 Prozent mehr als im Bundesmittel (97.210 Euro) – dieser hohe Wert ist wesentlich durch die Wirtschaftsstruktur Hessens mit vielen hochproduktiven Dienstleistungen begründet. Beim BIP je Einwohnerin und Einwohner profitierte das Land zusätzlich von einem hohen Überschuss der Einpendelnden, die in Hessen zur Wertschöpfung beitrugen, aber nicht in Hessen wohnten. Der Wert lag mit 60.890 Euro um 13,8 Prozent über dem Bundesmittel (53.520 Euro).
Hessen im europäischen Vergleich auf Platz 5
Die Staaten der Europäischen Union (EU) unterscheiden sich deutlich bezüglich der Höhe ihres BIP. Wäre Hessen ein eigenständiges EU-Mitglied, läge es mit einem BIP von 382 Milliarden Euro im Jahr 2025 zwischen Dänemark (410 Milliarden Euro) und Rumänien (379 Milliarden Euro). Das bedeutet, dass 16 der insgesamt 27 EU-Mitgliedstaaten ein geringeres BIP als Hessen erwirtschafteten.
Die absolute Größe des BIP hängt jedoch wesentlich von der Größe der Bevölkerung ab, sodass sich die Wirtschaftskraft verschieden großer Regionen nur mit Bezug auf die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner vergleichen lässt. Hessen lag mit einem BIP von 60.890 Euro pro Kopf zwischen den Niederlanden (65.210 Euro) und Österreich (55.710 Euro). Insgesamt wiesen nur vier EU-Mitgliedstaaten ein höheres BIP pro Kopf als Hessen aus. Beim Wirtschaftswachstum gegenüber dem Vorjahr lag Hessen 2025 mit minus 0,2 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt der 27 EU-Mitgliedstaaten (plus 1,5 Prozent).