Schulfach „Digitale Welt“ gestrichen: LSV Hessen zeigt sich entsetzt

Hessen
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Am vorletzten Freitag verkündete die hessische Landesregierung, dass das „erfolgreiche Pilotprojekt“ Digitale Welt nun „für alle Schulen geöffnet werde“. In einer Pressemitteilung beschreibt und lobt das Kultusministerium das Projekt über viele Zeilen. Nur in einem Nebensatz wird erwähnt, wie es in Zukunft finanziert werden soll: „Zukünftig wird das Angebot im Rahmen der vorhandenen Ganztagsmittel in den Jahrgangsstufen fünf und sechs umgesetzt.“ Konkret bedeutet das, dass das Land die Förderung des Schulfachs durch Lehrstunden einstellt. Nach Recherchen der Frankfurter Rundschau können die meisten Schulen das Fach dadurch nicht länger anbieten.

Landesschulsprecher Laurenz Spies nimmt Stellung: „In einer Zeit, in der fast alle Jugendlichen auf Social-Media unterwegs sind und oft mehrere Stunden am Tag Smartphones und Co. benutzen, ist es umso wichtiger, sie im Umgang mit KI, Fake News und Cybermobbing zu bilden. Dass jetzt ein so erfolgreiches Projekt faktisch einfach gestrichen wird, ist ein klarer Rückschritt und macht uns sprachlos.“

Die LSV Hessen fordert schon seit Jahren eine bessere und vor allem flächendeckende Medienbildung an den Schulen. So müssen Schüler*innen aller Altersstufen lernen, mit traditionellen und vor allem digitalen Medien und sozialen Netzwerken richtig umzugehen. „Digitale Welt, in welchem sich die Schüler*innen unter anderem mit Themen wie verantwortungsbewusster Mediennutzung, Datenschutz und Cyberkriminalität auseinandersetzten, war hier zumindest ein guter Anfang.“, so Spies. 

„Nach den Kürzungen an Brennpunkt- und integrierten Gesamtschulen im Februar“ – hier war die Landesregierung trotz heftiger Kritik und einer Petition mit mittlerweile fast 50.000 Unterschriften nicht davon abgewichen, rund 400 Lehrerstellen an besonders herausfordernden und integrierten Gesamtschulen zu streichen – „und dem Handyverbot an den hessischen Schulen im vergangenen Jahr kommt das Abschaffen von Digitale Welt zwar plötzlich, aber nicht überraschend. Mal wieder wird über uns und unsere Schulen entschieden, ohne unsere Meinung zu berücksichtigen“, ergänzt Ted Krämer, stellvertretender Landesschulsprecher.



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