Wälder in Hessen werden nachhaltig bewirtschaftet

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Die PEFC-Region Hessen hat den aufwendigen Re-Zertifizierungsprozess erfolgreich durchlaufen. Sie erfüllt alle Voraussetzungen für die nächste Zertifizierungsperiode, das bedeutet, dass zertifizierte hessische Waldbesitzer auch in Zukunft ihr nachhaltiges Wirtschaften mit der PEFC-Urkunde belegen dürfen. Detlef Stys, Vorsitzender der Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Hessen, hält das neue Zertifikat in seinen Händen.

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Ein Laubmischwald mit uralten Buchen bildet den würdigen Rahmen für die Übergabe des neuen PEFC-Zertifikats für Hessen an die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Hessen (RAG Hessen). Raimund Kaltenmorgen, zuständiger Abteilungsleiter bei der Zertifizierungsstelle DIN CERTCO Gesellschaft für Konformitätsbewertung, mit Sitz in Berlin, übergibt im Stadtwald Frankfurt die Urkunde an Stys. Damit erhält Hessen für weitere fünf Jahre die PEFC-Zertifizierung.

Vorausgegangen war ein umfangreicher Evaluierungs- und Prüfungsprozess der nachhaltigen Bewirtschaftung von Hessens Wäldern. Die regionale PEFC-Arbeitsgruppe beschäftigte sich intensiv mit der forstlichen Lage in Hessen, analysierte die zurückliegende fünfjährige Periode in Bezug auf 21 fachliche Kriterien und die 2015 erarbeiteten Ziele und Maßnahmen. Sie identifizierte Abweichungen von den formulierten Zielen und passte sie daraufhin an die aktuellen Herausforderungen an. So formulierte die RAG ein neues „Ziele und Handlungsprogramm“ (ZuH), welches als Leitfaden für die kommende Zertifizierungsperiode in Hessen dient. Am Ende stand eine umfangreiche und erfolgreiche Überprüfung durch die DIN CERTCO unter Einbeziehung einer verstärkten Kontrolle in den zertifizierten Betrieben Hessens.

„Die RAG hat eine sehr treffende Einschätzung der aktuellen forstlichen Verhältnisse in Hessen vorgenommen und sie in Bezug gesetzt zu den Systemanforderungen und Standards von PEFC Deutschland“, erläuterte Raimund Kaltenmorgen. „Überzeugend und ganz im Sinne von PEFC sind zum Beispiel die Anpassungen im ZuH bei den Kriterien zur Unfallverhütung, zur Erzielung angepasster Wildbestände und zum Biotop- und Artenschutz sowie die Ergänzungen zu den Auswirkungen und Folgen des Klimawandels.“

Für Detlef Stys ist das neue Zertifikat Anlass zur Freude, aber auch Verpflichtung und Ansporn, die damit verbundenen Herausforderungen anzugehen: „Der Wald in Hessen hat sich verändert. Er ist einerseits naturnäher und artenreicher geworden, aber er hat auch gewaltige Störungen und Belastungen hinnehmen müssen. Man muss davon ausgehen, dass es in den nächsten Jahren aufgrund des andauernden Klimawandels nicht einfacher wird. Unsere Aufgabe wird es daher sein, die zertifizierten Forstbetriebe zu unterstützen, unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen die PEFC-Vorgaben umzusetzen.“ Hessen ist nach Auffassung von Detlef Stys mit 89 Prozent zertifizierter Waldfläche gut aufgestellt: „Der Holzwirtschaft stehen große Mengen zertifiziertes, nachhaltig produziertes Holz zur Verfügung. Die Bürgerinnen und Bürger können darauf vertrauen, dass unsere PEFC-zertifizierten Wälder gleichermaßen nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien gepflegt werden.“

Der Stadtwald Frankfurt ist gut gewählt. Mitten in Hessen gelegen, ist er einer der meistbesuchten Wälder in Deutschland. Viele Menschen erleben hier täglich, wie wichtig der Wald für ihr Wohlbefinden ist. „Der Nachweis der nachhaltigen und umweltverträglichen Waldbewirtschaftung durch eine unabhängige Zertifizierungsorganisation wie PEFC ist für uns in Anbetracht der vielen am Wald interessierten Akteure enorm wichtig“, sagt Peter Rodenfels, stellvertretender Leiter der Abteilung Stadtforst im Grünflächenamt der Stadt Frankfurt am Main. „Im Hinblick auf die extremen Waldschäden durch die vergangen Trockenjahre sehen wir uns mit dem PEFC-Zertifikat handlungsfähig, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen.“

Hintergrund der PEFC-Zertifizierung in Hessen
Viele der Indikatoren für Nachhaltigkeit, etwa die Biodiversität, sind auf den oft kleinen und wenig repräsentativen Flächen eines einzelnen Forstbetriebs nicht überprüfbar. Deshalb wird das Verfahren der Zertifizierung mit der Bildung einer regionalen PEFC-Arbeitsgruppe eingeleitet. Die Arbeitsgruppe erstellt unter anderem den Regionalen Waldbericht (alle zehn Jahre), in dem anhand einer Checkliste von 31 Indikatoren die Waldbewirtschaftung in der Region durchleuchtet und dokumentiert wird und Ziele für die nächsten fünf Jahre gesetzt werden.

Auf Antrag der regionalen PEFC-Arbeitsgruppe überprüft eine akkreditierte Zertifizierungsstelle anhand einer umfangreichen und detaillierten Checkliste die Waldbewirtschaftung in der Region und die Übereinstimmung mit den Anforderungen von PEFC. Eine positive Beurteilung eröffnet dem Waldbesitzer in der Region die Möglichkeit, an der Zertifizierung nach PEFC teilzunehmen. Dazu ist die Unterzeichnung einer freiwilligen Selbstverpflichtungserklärung notwendig, mit der sich der Waldeigentümer zur Einhaltung aller PEFC-Standards verpflichtet. Erst dann erhält der Waldbesitzer die PEFC-Urkunde und damit auch das Recht, das PEFC-Logo zu verwenden. Die Einhaltung der PEFC-Standards wird jährlich stichprobenartig überprüft.

Stadtwald Frankfurt
Der Stadtwald Frankfurt ist mit seinen rund 6000 Hektar einer der größten zusammenhängende Stadtwälder Deutschlands und bedeutender Erholungsraum für die Bevölkerung der Mainmetropole. Neben der Klima- und Naturschutzfunktion mitten im Ballungsraum stellt der Stadtwald zudem noch auf nachhaltige Weise den klimafreundlichen Rohstoff Holz zur Verfügung. Der Stadtwald Frankfurt ist seit dem Jahr 2001 nach PEFC zertifiziert.

Weitere Informationen zum Ziele und Handlungsprogramm (ZuH) finden sich unter www.pefc.de/hessen im Internet.

Foto: Peter Rodenfels, Detlef Stys und Raimund Kaltenmorgen (v.l.) bei der Zertifikatsübergabe. Foto: Werner Ebert

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