Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) erinnert zum sechzigsten Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 1961 an die Opfer:
„Die Mauer hat viel Leid über die Menschen gebracht. Sie war ein Symbol des Unrechts und der innerdeutschen Teilung“, sagt Rhein. „Unvergessen sind die Bilder von zugemauerten Häusern und die Erzählungen von Familien, die von einem Tag auf den anderen getrennt wurden. In Hessen ist das anschaulich in der Gedenkstätte Point Alpha aufgearbeitet. Auch ein Besuch im Grenzmuseum Schifflersgrund, direkt an der hessisch-thüringischen Grenze, lohnt sich.“
Unter dem Vorwand, einen „antifaschistischen Schutzwall“ zu errichten, wurde am 13. August 1961 auf Befehl des SED-Regimes mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen. Der eigentliche Zweck war jedoch, die Flucht aus der DDR zu verhindern. In der Folge umschloss eine Grenzanlage von rund 168 Kilometern alle drei Sektoren des Westteils von Berlin wie eine Insel. Wie viele Menschen bei einem Fluchtversuch an der Mauer getötet wurden, lässt sich nicht exakt beziffern: Die Angaben schwanken zwischen 136 und 245; manche Quellen zählen überdies auch all jene Toten hinzu, die während oder nach den Grenzkontrollen einen Herzinfarkt erlitten.
Die Mauer in Berlin stand symbolisch für die Teilung Deutschlands, die innerdeutsche Grenze umfasste damals insgesamt rund 1400 Kilometer. 28 Jahre lang war der „Eiserne Vorhang“ Sinnbild für den Ost-West-Konflikt und den Kalten Krieg. Am 9. November 1989 wurde die Mauer zum Einsturz gebracht – durch eine friedliche Revolution der Ostdeutschen. Landtagspräsident Rhein sagt: „Mittlerweile leben wir länger ohne Mauer als mit Mauer. Dafür sind wir dankbar. Der Freiheitswille der Menschen in der DDR hat obsiegt. Ohne ihren Mut würde die Welt heute noch anders aussehen. Wir sollten deswegen demütig sein und daraus die Lehre ziehen, unsere Demokratie nicht für selbstverständlich zu nehmen.“