Kommt es zum Paradigmenwechsel?

Vogler
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In wenigen Stunden werden die Menschen im Main-Kinzig-Kreis wissen, wer sie künftig in der Hauptstadt repräsentieren wird, welche Partei die sprichwörtliche „Nase vorn hat“ und wer in Berlin sein Büro räumen muss. Bereits am Montag wird sich der Pulverdampf der Wahlschlacht verziehen und vor Ort sowie in der Hauptstadt beginnt wieder der Alltag.

Obwohl man sich in den vergangenen Wochen Argumente – oft aber nur hohle Phrasen – um die Ohren geschlagen hat, gilt es jetzt wieder aufeinander zuzugehen. Keiner der politischen Großkopferten hat nach allen Voraussagen so viele Stimmen erhalten, dass er schalten und walten kann, wie er es allein möchte.

Aus den vielen Diskussionen und Gesprächen im Vorfeld der Bundestagswahl wurde allenthalben deutlich, die meisten wünschen sich einen „Paradigmenwechsel“ in der Bundespolitik. Gemeint ist damit eine grundlegende Änderung des Blickwinkels zu gesellschaftlich relevantet Themen. Eine solche Umgestaltung ist zugleich Grundlage für eine Weiterentwicklung des Zusammenlebens. Befeuert wird diese Entwicklung zudem durch die jüngsten Äußerungen der amerikanischen Regierung. Allzulange haben es sich die Europäer im Windschatten der USA recht gemütlich eingerichtet. Jetzt aber sitzt insbesondere Deutschland zwischen allen Stühlen: Mit der lautstarken Unterstützung der Ukraine ist das Tischtuch mit Russland zerschnitten, die regierungsamtliche Schmähkritik an dem neuen US-Präsidenten, die Einmischung in den präsidialen US-Wahlkampf und die offene Unterstützung der unterlegenen Kandidatin, all das schlägt jetzt mit großer Wucht auf Deutschland zurück.

Mit anderen Worten: Wir sitzen zwischen allen Stühlen. Eine weitere erhebliche Belastung für europäisch-amerikanischen Beziehungen sehen die USA in der Kriminalisierung der Rede von US-Vize-Präsident vor der Münchner Sicherheitskonferenz. Das Europa im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen zu wesentlichen Verhandlungen, u.a. zum Ukraine-Krieg, nicht einmal mehr eingeladen werden, ist so gesehen kein Wunder.

Dies alles vollzieht sich vor dem Hintergrund einer schweren Wirtschaftskrise: Viel zu teure Energie, eine zunehmende De-Industrialisierung verbunden mit Milliardenkosten für illegale Migration. Für den Ökonomen Professor Bernd Raffelhüschen (Uni Freiburg) ist die Sache klar: Unter den aktuellen Vorzeichen werde "Migration eher zu einer Belastung als zu einer Entlastung für den Sozialstaat". sagt er. "Die Zuwanderung, wie sie bisher geschieht, kostet uns gesamtwirtschaftlich 5,8 Billionen Euro."

Die nächste Regierung steht damit vor Mammut-Aufgaben. Es wäre sehr wünschenswert, wenn es zu gemeinschaftlichen Lösungen aus der politischen Mitte kommt. Zur Wahl gehen ist dabei nicht nur ein Recht, sondern sollte für alle eine selbstverständlich Pflicht sein.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (74) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur bis heute als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.



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