Hilfe für faszinierende Dauerflieger: Zapf-Rodríguez besucht Mauerseglerklinik
Besuch in der Mauerseglerklink: Klima -und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez und Klinik-Tierärztin Dr. Christiane Haupt, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Susanne Schierwater
Sie heißen Carpathia, Lucy, Kolibri oder Jacobi. In der Frankfurter Mauersegler-Klinik hat jeder Mauersegler nicht nur einen Namen, sondern auch eine eigene Krankenakte: Fundort, Gewicht bei Einlieferung, geschätztes Alter und Zustand des Vogels werden sorgfältig dokumentiert.
Im Hitzesommer 2025 war in der Klinik Hochsaison: Bis zu 70 Vögel pro Tag wurden gebracht – halb verdurstet, erschöpft, auf Wegen oder in Gärten gefunden, gerettet aus Bauschutt oder rechtzeitig entdeckt bei Gebäudesanierungen. Im Juli, so berichtet es die Deutsche Gesellschaft für Mauersegler, zu der die Klinik gehört, lebten 500 Segler auf der Station. Ende des Jahres waren es immer noch mehr als 170 Tiere. Auf 180 Quadratmetern in einem Hinterhofhaus in Griesheim werden die Tiere „aufgepäppelt", tiermedizinisch behandelt und beschädigte Flügel versorgt. Häufig werden alle Schwungfedern der Flügel durch intakte ersetzt. Das sogenannte Schiften bestimmt einen Großteil der Arbeit in der Klinik, bevor die Tiere schließlich behutsam auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet werden.
Die Klinik ist deutschlandweit die einzige ihrer Art. Die Fundtiere kommen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus Sizilien, Rumänien und kürzlich sogar aus der Ukraine. Spezialwissen, etwa bei Operationen an verletzten Mauerseglern, ist hier konzentriert. Solche Eingriffe sind bundesweit nur in Griesheim möglich. Die Klinik arbeitet eng mit anderen Pflegestellen zusammen, um die Wildvögel bundesweit bestmöglich zu versorgen.
„Was hier geleistet wird, ist mehr als Tierschutz. Es ist eine tägliche Liebeserklärung an unsere städtische Natur. Jeder gerettete Mauersegler ist ein kleiner Erfolg und erinnert uns daran, dass Umwelt in der Stadt verteidigt werden muss: Sichere Nistplätze an Häusern, ausreichend Insekten als Nahrung und sorgfältig geplante Bauvorhaben, damit ihre Brutplätze nicht zerstört werden, sind entscheidend, damit diese faszinierenden Dauerflieger auch in unseren Städten überleben können", sagte Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez bei einem Besuch in der Mauerseglerklinik. Die Stadt Frankfurt würdigt das Engagement der Frankfurter Mauerseglerklinik mit einer einmaligen Zuwendung in Höhe von 50.000 Euro durch einen Etat-Antrag der Fraktionen von Grünen, SPD und Volt.
Besuch in der Mauerseglerklink: Klima -und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez und Klinik-Tierärztin Dr. Christiane Haupt, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Susanne Schierwater