Wettbewerbsbeiträge zum Ettinghausen-Platz gehen in die Überarbeitung

Höchst
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Die Preisgerichtssitzung zur Neugestaltung des Ettinghausen-Platzes in Höchst hat am Donnerstag, 18. November, mit hochrangigen Vertreter aus Landschaftsarchitektur, Architektur, Politik, Jüdischer Gemeinde, Bürgerschaft und der Fachämter stattgefunden.

Die zwölf eingereichten Wettbewerbsarbeiten zur künftigen Platzgestaltung wurden in der ganztägigen Sitzung intensiv diskutiert. Nach sorgfältiger Abwägung wurde eine engere Wahl gebildet. Zwei Arbeiten aus der engeren Wahl werden nun zur Überarbeitung von Teilaspekten der Entwürfe aufgefordert. Danach trifft das Preisgericht die endgültige Entscheidung. Diese wird für Ende Januar 2022 erwartet. Die Anonymität der teilnehmenden Büros wird bis dahin aufrechterhalten. 

Hintergrund: Der nach der jüdischen Familie Ettinghausen benannte Platz befindet sich in zentraler Lage in der historischen Altstadt von Höchst. Er soll im Rahmen des Investitionsprogramms „Schöneres Frankfurt“ eine seiner Geschichte angemessene Neugestaltung erfahren.

Am südlichen Rand des Ettinghausen-Platzes verlief bis ins 19. Jahrhundert die Stadtmauer mit dem sogenannten Hinterturm und davorliegendem Stadtgraben. Nachdem zunächst der Hinterturm als „Judenschule“ umgenutzt wurde, entstand 1816 an Stelle des Hinterturms zunächst eine kleinere Synagoge. 1905 errichtete die inzwischen deutlich gewachsene jüdische Gemeinde an gleicher Stelle ein größeres Gotteshaus als repräsentativen Klinkerbau. Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge in Brand gesetzt und später bis auf die Grundmauern abgetragen. Ab 1940 wurde unmittelbar östlich des Synagogenstandortes ein heute denkmalgeschützter Luftschutzbunker errichtet und der östliche Abschluss der ehemaligen Synagoge überbaut; der größere Teil verblieb bis heute als unbebauter Freiraum.

Die Spuren dieser wechselhaften Geschichte wurden im Jahr 2020 im Rahmen archäologischer Grabungen untersucht. Dabei wurden die verbliebenen Fundamente der Synagoge und des Hinterturms freigelegt und dokumentiert. Nach Abschluss der Grabungen wurde die Platzfläche mit einer einfachen Asphaltdecke vorläufig wiederhergestellt. Für die dauerhafte Gestaltung des Ettinghausen-Platzes sollte im geplanten Wettbewerb ein Konzept gefunden werden, das mit einer besonderen und hochwertigen Gestaltung die Geschichte des Ortes in angemessener Weise erlebbar macht. Gesucht wurden Entwurfsansätze, welche die komplexen Themen, Zusammenhänge, Spuren und Ereignisse in ein integrales Gestaltungskonzept überführen.

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