In Vorlesungen und Workshops sprechen Fachwissenschaftler (darunter drei Leibnizpreisträger) und Fachdidaktiker zum Oberthema „Aus der Antike lernen für die Demokratie von heute und morgen – exempla et errores“. Daneben wird aber auch zu spektakulären Neufunden aus dem Bereich der Gräzistik vorgetragen: Prof. Oliver Primavesi (München) zum neuesten Fragment des frühgriechischen Philosophendichters Empedokles, Prof. Christian Marek (Zürich) zu einer im kleinasiatischen Teos gefundene Schmähinschrift, die er dem Dichter Anakreon zuschreibt. Die Verbundenheit zwischen Universität und Stadt zeigt sich nicht nur in Exkursionen in das Städel, das Liebieghaus und die Saalburg, sondern auch darin, dass das altsprachliche Lessing-Gymnasium einige Räume für den Kongress zur Verfügung stellt.
In der feierlichen Eröffnung am Abend des 7. April, an dem neben der Universitätsleitung auch Bürgermeisterin Dr. Eskandari-Grünberg und Staatssekretär Dr. Lösel vom Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen Grußworte sprechen werden, soll unter anderem der Humanismuspreis des Deutschen Altphilologenverbandes an die britische Altertumswissenschaftlerin Mary Beard verliehen werden, die durch ihre Bücher und ihre Beiträge in Presse und Fernsehen ein breites Publikum für Geschichte und Kultur der Römer begeistert.
Der Leiter des mit der Organisation betrauten Ortkommitees, Prof. Hans Bernsdorff vom Institut für Klassische Philologie, erklärt dazu: „Mit der Wahl von Frankfurt als Austragungsort seines Bundeskongresses unterstreicht der Deutsche Altphilologenverband die Bedeutung der Gräzistik, der Latinistik und der anderen Altertumswissenschaften an der Goethe-Universität. Zugleich wird die Verbindung zwischen dem Institut für Klassische Philologie und Museen und den altsprachlichen Gymnasien der Stadt Frankfurt unterstrichen, die eine bis auf die Reformation zurückgehende humanistische Tradition besitzt.“