Hintergrund sind wiederkehrende Nutzungskonflikte und starke Verschmutzungen im Bereich der Gehwege. Das Brückenbauwerk gehört der Deutschen Bahn. Ende April führt sie an den Widerlagern der Brückenseite Vergrämungsmaßnahmen durch. Ein seitlicher Bereich wird mit Plexiglasscheiben verschlossen und ist künftig für Tauben nicht mehr zugänglich. Auch die Oberseiten der an den Brückenwänden montierten Plakatrahmen werden gesichert: Dort werden tierfreundliche Schrägbleche, also „Birdslides", angebracht, die verhindern, dass sich Tauben niederlassen. Die Montage übernimmt der Betreiber der Werbeflächen, Ströer Deutsche Städte Medien.
Der Verein Maintauben Tierschutzprojekt begleitet die Maßnahmen aus tierschutzfachlicher Sicht. Bis zum Verschluss der Brückenseite führt der Verein regelmäßig sogenannte Eiertausche durch. Dabei werden gelegte Eier gegen Attrappen ausgetauscht, sodass keine Küken schlüpfen und sich zum Zeitpunkt der Arbeiten keine Jungtiere in den Nestern befinden. „Uns ist wichtig, dass die Maßnahmen sowohl die Situation vor Ort verbessern als auch tierschutzgerecht umgesetzt werden", sagt Dominik Legrum, Stadttaubenmanager der Stadt Frankfurt. „Durch die Abstimmung aller Beteiligten können wir Nutzungskonflikte reduzieren, ohne den Tieren zu schaden."
Auch die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) ist im Einsatz: Sie beauftragt zusätzliche Reinigungen der Abdeckung der Straßenbahnoberleitung, die regelmäßig stark durch Taubenkot verschmutzt wird. Bei der letzten Reinigung Ende Februar wurden rund 600 Kilogramm Schmutz entfernt. Ein zuvor installiertes Schutznetz musste entfernt werden, nachdem es mutwillig beschädigt worden war und sich Tiere darin verfangen hatten. Die Maßnahmen werden vom Stadttaubenmanagement der Stadt Frankfurt koordiniert. Aufgrund der ausgeprägten Standorttreue von Tauben kann es nach den Arbeiten zunächst vorkommen, dass einzelne Tiere ihre bisherigen Nistplätze weiterhin anfliegen. In der Regel orientieren sich die Tiere jedoch nach kurzer Zeit neu und suchen andere Nistmöglichkeiten im Umfeld.