NOx und Feinstaub aus der Mode gekommen?

Vogler
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Bei der Sorge um die Luft zum Atmen und das Funktionieren einer Volkswirtschaft hat in der Vergangenheit die Diskussion über Stickstoffoxide (NOx), Feinstaub & Co. mitunter dramatische Züge angenommen, die Sachlichkeit ist oft auf der Strecke geblieben. Noch vor wenigen Jahren konnte man nach der Berichterstattung in Funk, Fernsehen und Presse mit Fug und Recht annehmen, dass ein Spaziergang durch das Stuttgarter Neckartor und ähnlich gefährdete Regionen den Tod bedeuten, mindestens aber schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben könnten.

Glücklicherweise wurden weder Todesfälle noch schwere Verletzungen als Folge von NOx Einwirkungen auf den Menschen nachgewiesen. Erinnern wir uns: das Umweltbundesamt drohte, es seien durch NOx 6000 Tote zu befürchten besonders durch den Einsatz von Dieselkraftstoff im Verkehr. Das Amt war nicht in der Lage auch nur ein einziges zu Tode gekommenen Opfer zu benennen, das ursächlich durch dieselverursachtes NOx gestorben ist.

In den vergangenen Jahren wurden zudem viele Maßnahmen ergriffen, um die kritischen Werte in der Fläche im Allgemeinen und an den Brennpunkten im Besonderen zu minimieren. Was die Grenzwerte betrifft, zeigte die EU bereits Anfang der 90er Jahre Ehrgeiz und fragte die WHO, wo denn der Grenzwert liege. Diese hatte 150µg/m³ allerdings ohne wissenschaftliche Studien zugrunde gelegt. In EU wollte man sauberer sein und bat die WHO wissenschaftliche – und damit nachvollziehbare – Ergebnisse zu liefern, welche noch niedrigere Werte liefern. Dass die Vorwegnahme eines Ergebnisses unwissenschaftlich ist, war den politischen Kräften mangels Wissens wohl nicht bewusst, aber populär war es schon.

Also kam die 40 zustande, indem die WHO die etwas nebulöse Studie mit den Kindern an Küchengasöfen verwendete. Die strenge EPA fiel auf diesen Schmu nicht herein und schrieb für USA 100 fest und Kalifornien wählte 57, allerdings mit Messstationen, welche erheblich weiter weg von den Straßen aufgestellt wurden als die 25m in Europa.  Die EU hingegen übernahm freudig und kritiklos 40. So wurde die Wissenschaft ideologisch durch die Politik okkupiert und erhielt Gesetzesrang. Sowohl Feinstaub als auch NOx sind weitgehend aus der öffentlichen Diskussion verschwunden. Ob dies auch für die beiden Stoffe in der Atmosphäre gilt, dazu gibt es berechtigte Zweifel. Also ein weiteres Beispiel, wie Umweltthemen nachhaltig an Glaubwürdigkeit verlieren.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (74) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur bis heute als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.



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