Wie in Intensivklassen fächerübergreifend Deutsch gelernt wird

Bonames
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Andrea Röthe ist Grundschullehrerin und leitet an der August-Jaspert-Schule in Bonames die Intensivklasse. Dieses Angebot richtet sich an Kinder, die als Seiteneinsteiger aus anderen Ländern in das hiesige Bildungssystem starten und nur über geringe oder gar keine Deutschkenntnisse verfügen. Ingrid Strohkark unterrichtet an der Schule Kunst, auch in der Intensivklasse.

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Beide waren am Montag, 17. Mai, bei Oberbürgermeister Peter Feldmann zu Gast und haben über zwei Projekte berichtet – ein erfolgreich beendetes und eines, das demnächst Fahrt aufnehmen soll. In Frankfurt gibt es insgesamt 15 Grundschulen mit Intensivklassen.

OBERBÜRGERMEISTER PETER FELDMANN: Frau Röthe, bitte erläutern Sie, was die Arbeit in einer Intensivklasse ausmacht?

ANDREA RÖTHE: Es kommen Kinder zwischen sechs und elf Jahren zusammen. Das heißt, die sonst übliche altersbezogene Differenzierung fällt weg. Die meisten verlassen die Intensivklasse nach einem Jahr; manchmal geht es schneller, kann aber auch länger dauern. Sie wechseln dann in den Regelunterricht an einer wohnortnäheren Schule oder bei uns. Wichtig ist es, dass die Kinder Wertschätzung erfahren und sich bei uns angenommen fühlen, denn sie mussten ihre Heimat verlassen. Daher kommt es darauf an, Blockaden zu lösen. Fächerübergreifendes Lernen, wie es in Projekten praktiziert werden kann, hat sich hier besonders bewährt.

OB FELDMANN: Das weckt die Neugierde nach einem Beispiel. Können Sie mir eines geben?

INGRID STROHKARK: Wir hatten im vergangenen Jahr die Idee einen Film mit dem Titel „Woher kommst Du geflogen?“ zu produzieren. In diesem Film machten wir uns auf eine virtuelle Reise in die Herkunftsländer der Kinder. Jedes Kind stellte sich und sein Heimatland vor. Ende der Reise war unsere gemeinsame Heimat Frankfurt. Das stellte uns zuerst einmal vor das Problem, woher wir die finanziellen Mittel für dieses aufwändige Projekt bekommen können. Hier half uns die Stiftung Bildung, die das Projekt vollständig finanzierte. Wir konnten so die professionelle Filmemacherin Anja Gerauer engagieren. Flaggen, Hintergründe und andere Materialien stellten wir mit den Kindern selbst her. Das Klassenzimmer wurde so zum Kunstatelier. Auf einmal entwickelten die jungen Schauspieler die Idee, ihre Rollen als Rapper zu tanzen, was wir begeistert aufgriffen. Wir holten uns weitere Unterstützung von jemanden, der sich auf diesem Feld besonders auskennt. Die Kinder hatten großen Spaß und übten spielerisch die Sprache ein. Schade nur, dass wir den Film wegen der aktuellen Lage nicht öffentlich zeigen können, etwa auf einem Schul- oder Stadtteilfest.

RÖTHE: Und wir haben festgestellt, dass einige Kinder durch das Projekt offener geworden sind, was für unsere pädagogische Arbeit hilfreich ist. und das bedeutete für uns Motivation, das nächste Projekt anzuschieben.

OB FELDMANN: Worum soll es hier gehen?

STROHKARK: Wir planen, gemeinsam mit Kolleginnen unseren Schulgarten mit neuem Leben zu erwecken. Hierfür sind wir auf der Suche nach Unterstützung. Es würde uns freuen, wenn die Stadt uns zum Beispiel mit Gartenerde helfen könnte. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten. So vereinbaren Unternehmen mit ihren Mitarbeitern immer wieder sogenannte Social Days, was in eine praktische Unterstützung eines unserer Projekte münden könnte.

OB FELDMANN: Wie kann ein Schulgarten beim fächerübergreifenden Lernen helfen?

RÖTHE: Man kann an diesem Projekt eigentlich fast alles lernen. Nehmen wir die Mathematik als Beispiel. Es ist zu berechnen, wie viel Pflanzen man für ein Beet braucht. Oder welche Menge an Wasser zum Gießen nötig ist. Dann stellen sich verschiedene naturwissenschaftliche Fragen, wie wir sie in der Grundschule klassisch im Sachunterricht behandeln. So ist geplant, in dem Garten eine Wetterstation aufzustellen

STROHKARK: Unser Garten soll auch zu einem Kunstgarten werden, an dem sich alle Klassen beteiligen können. Es entsteht etwas, von dem die gesamte Schulgemeinde etwas hat.

Foto: Andrea Röthe und Ingrid Strohkark. Foto: Stadt Frankfurt/Salome Roessler
Foto: Filmemacherin Anja Gerauer, Klassenleiterin Andrea Röthe, Oberbürgermeister Peter Feldmann und Künstlerin Ingrid Strohkark. Foto: Stadt Frankfurt/Bernd Kammerer
Fotos: Ingrid Strohkark und Andrea Röthe. Fotos: Stadt Frankfurt/Salome Roessler

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