500-kg-Weltkriegsbombe in Frankfurt entschärft

Gallus
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Eine 500kg-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Frankfurter Stadtteil Gallus wurde am Sonntagnachmittag vom Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen unschädlich gemacht. Zuvor hatten fast 13.000 Menschen eine festgelegte Gefahrenzone vorsorglich verlassen müssen. Aufgrund der Lage der Bombe und der Rolle Frankfurts als Verkehrsknotenpunkt hatte die Entschärfung auch Auswirkungen auf viele Verbindungen im Fernverkehr der deutschen Bahn.

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Die Erleichterung bei Anwohnern und bei den beteiligten Behörden und Hilfsorganisationen war groß als gegen 15:30 Uhr die Nachricht kam, dass die Bombe britischer Bauart erfolgreich entschärft sei. Die Evakuierungsaktion war aus mehreren Gründen aufwändiger gewesen als bei ähnlichen, in Frankfurt durchaus nicht seltenen Entschärfungen. Vor allem hatte der Kampfmittelräumdienst (Regierungspräsidium Darmstadt) aufgrund der Bauart und des Zustands der Bombe im Vorfeld keine Prognose abgeben können, wie lange die eigentliche Entschärfung dauern würde. So hatten sich alle im schlimmsten Fall auf einen sehr langen und wenig adventlichen Sonntag einstellen müssen.

Die momentane Pandemie-Situation mit den geltenden Kontaktbeschränkungen machte die Aktion am Nikolaus-Sonntag für alle ebenfalls komplizierter. Mehr als 750 Anwohner, deutlich mehr als sonst, nahmen die Corona-gerecht eingerichtete Betreuungsstelle an der Messe Frankfurt in Anspruch. Dort wurden sie von ehrenamtlichen Kräften des Katastrophenschutzes betreut und verpflegt. Bewohner des Stadtteils, die eine Quarantäneverpflichtung hatten, mussten gesondert abgeholt, untergebracht und wieder nach Hause gebracht werden.

Es waren 135 Transporte notwendig für Anwohner, die den Evakuierungsbereich aus medizinischen Gründen nicht selbstständig verlassen konnten. In dem Bereich lagen außerdem Altenwohnheime, einige andere Sonderobjekte wie Fernwärmeleitung, Internetknotenpunkte und Umspannanlagen sowie zentrale Einrichtungen der Deutschen Bahn. Da unter anderem auch der Frankfurter Hauptbahnhof betroffen war, hatte die Bombenentschärfung sowohl in Frankfurt, als auch bundesweit Auswirkungen auf den Bahnverkehr.

Am Ende konnte der Entschärfer vom Kampfmittelräumdienst die Zündermechanik des großen Blindgängers, der vergangenen Donnerstag bei Arbeiten in einer Baugrube gefunden worden war, zügig entfernen. Die Gefahr war damit gebannt. Wenig später wurden Straßensperren aufgehoben und Anwohner konnten wieder in ihre Häuser. Rücktransporte und der Abbau der Betreuungsstelle nehmen noch einige Stunden in Anspruch.

Beteiligt an der ganzen Aktion waren das Frankfurter Ordnungsamt mit der Stadtpolizei, das städtische Gesundheitsamt, die Feuerwehr Frankfurt mit Haupt- und ehrenamtlichen Kräften aller Stadtteilfeuerwehren, die Frankfurter (Landes-)Polizei, die Hilfsorganisation DRK, ASB, Johanniter-Unfallhilfe und Malteser Hilfsdienst und natürlich der Kampfmittelräumdienst. Insgesamt waren rund 600 Kräfte, zum Teil ab vier Uhr morgens, im Einsatz.

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