Aus einem Nadelöhr wird ein Kunstwerk

Griesheim
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Die Personenunterführung am östlichen Ende des Griesheimer Bahnhofs erfüllt in zweifacher Hinsicht einen wichtigen Zweck: Sie dient der Erschließung der Bahnsteige und ist eine wichtige Stadtteilverbindung, denn die Nord- und Südseiten des Stadtteils sind durch die Gleise geteilt.

Das Nadelöhr unterhalb der Bahnanlagen, das täglich von rund 13.000 Menschen genutzt wird, ist allerdings nicht gut einsehbar. Gerade zu später Stunde wird die Unterführung von vielen als Angstraum wahrgenommen.

Dem treten nun die Deutsche Bahn und die Stadt Frankfurt am Main entgegen und starten gemeinsam einen künstlerischen Wettbewerb. Ziel ist es, die Wände und Decken der Personenunterführung künstlerisch neu zu gestalten und mit entsprechender Beleuchtung als Raum aufzuwerten. Das verstärkt im Idealfall das Sicherheitsempfinden und Passanten nehmen die Unterführung als angenehm nutzbare Stadtteilverbindung wahr.

Auslober des Wettbewerbs ist das Amt für Straßenbau und Erschließung, das mit Stadtplanungsamt, Kulturamt und Deutscher Bahn kooperiert. Fünf ausgewählte Künstler sind eingeladen, eine Entwurfsarbeit vorzulegen. Es geht um eine Wandfläche von 280 Quadratmetern und etwa 125 Quadratmeter Deckenfläche, die neugestaltet werden. Die Unterführung misst eine Länge von rund 45 Metern. Bei der Wahl der Materialien sind die Teilnehmenden nicht völlig frei, denn diese sind vorab festgelegt. Die Fliesen lassen aber Spielraum zu wie Mosaik-Bilder, bedruckbare Fliesenflächen oder eine Kombination aus beidem. Im Frühjahr 2021 sichtet die Jury die Entwürfe und bestimmt den Sieger.

Die künstlerische Neugestaltung der Personenunterführung ist Teil des barrierefreien Umbaus des Bahnhofs Griesheim – ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Bahn, das ab Frühjahr 2022 beginnt. Der Sieger wird in enger Zusammenarbeit mit den Fachfirmen das Kunstwerk in der Unterführung umsetzen. Während des Umbaus wird die Unterführung „Alte Falterstraße“ zudem über zwei Aufzüge barrierefrei erschlossen. Der Treppenzugang wird am nördlichen Ende neu und offen gestaltet, dass der Charakter eines Eingangstores zu den Stadtteilbereichen entsteht.

Auch die Umgebung um den Bahnhof Griesheim soll zukünftig neu geordnet und gestaltet werden. Die Bahnhofsvorplätze sowie das Gebiet Griesheim-Stadtmitte nördlich der Bahn sind Teil des Bund-Länder-Programms Stadtumbau in Hessen. Ziel des Programms ist es, benachteiligte Stadtgebiete anhand von städtebaulichen Projekten aufzuwerten und durch öffentliche Fördergelder bestehende städtebauliche Funktionsverluste auszugleichen. 2018 und 2019 wurde in einem Prozess mit umfassender Beteiligung von Bürger, Institutionen und weiteren wichtigen Akteuren vor Ort der Stadtteil analysiert, mögliche Projekte diskutiert und ein auf das Quartier zugeschnittenes Handlungskonzept erarbeitet.

Das als Ergebnis entstandene Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für Griesheim-Mitte besteht aus verschiedenen Vorhaben, die sukzessive in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen. Dazu gehört auch die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes.

Foto: Die Unterführung im aktuellen Zustand. Foto: Stadt Frankfurt

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