So sollen im sogenannten ISTEK-Schwerpunktraum 5 – Gutleuthafen – zwei neue Bebauungspläne aufgestellt werden, nördlich und südlich der Gutleutstraße. Während die Vorlage zum Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans Nr. 929 „Nördlich Gutleutstraße/Östlich Erntestraße“ gerade vom Magistrat beschlossen wurde und nun an die Stadtverordneten zur Beratung und Beschlussfassung geht, haben diese am Dienstag, 26. Januar, im Haupt- und Finanzausschuss bereits der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 934 „Südlich Gutleutstraße/Hirtenstraße/Wurzelstraße“ zugestimmt.

„Mit dem Bebauungsplan B 929 nördlich der Gutleutstraße wollen wir den vorhandenen Gewerbestandort für arbeitsplatzintensive, produzierende, weiterverarbeitende und dienstleistende Betriebe sichern und stärken. Deshalb schließen wir dort auch konkurrierende Nutzungen wie Hotels und großflächigen Einzelhandel aus. Auf dem Milchsack-Gelände wollen wir die kulturellen Nutzungen erhalten“, erläutert Planungsdezernent Mike Josef. „Der Bebauungsplan B 934 südlich der Gutleutstraße hat dagegen das Ziel, ein urbanes, gemischt-genutztes Quartier mit signifikantem Wohnanteil und den erforderlichen Einrichtungen der sozialen Infrastruktur unter Berücksichtigung des Gewerbebestands entsprechend dem Rahmenplan ‚Sommerhoffpark‘ zu entwickeln. Dabei wollen wir unterschiedliche Wohnformen für verschiedene Bevölkerungsgruppen ermöglichen.“

Die Flächen südlich der Gutleutstraße befinden sich überwiegend im Eigentum der Stadt Frankfurt. Das Entwicklungskonzept soll in einem städtebaulichen Wettbewerb ermittelt werden. Direkt am Mainkai gelegen, bietet sich im östlichen Teilbereich des Gutleuthafens die Entwicklungsmöglichkeit für Wohnungen und eine Kindertagesstätte. Auch zwischen Wurzelstraße im Westen und der Werner-von-Siemens-Schule im Osten sind Wohnungen und Geschäfte für den täglichen Bedarf in einem Quartierszentrum angedacht. Mit der Fortführung der Promenade im Grünen soll das Naherholungsangebot für die Allgemeinheit erweitert und der Fuß- und Radweg zur Gutleutstraße geführt werden. Auch eine Grundschule ist vorgesehen.

Die Wurzelsiedlung soll in ihrem Bestand erhalten bleiben. Durch die neuen baulichen Entwicklungen in ihrem Umfeld soll sie in ein tragfähiges Quartiersgefüge eingebettet werden. Die gewerblich-industrielle Nutzung durch das Betonwerk soll erhalten bleiben und keiner betrieblichen Einschränkung durch die vorgeschlagenen Entwicklungen unterliegen. Ein entsprechender räumlicher beziehungsweise baulicher Puffer muss durch Abstandsgrün oder ein Gebäude ausgeführt werden. Der schlauchartige Zugang zum Sommerhoffpark von der Gutleutstraße soll verändert werden. Die Fläche des Johanna-Kirchner-Altenhilfezentrums bietet Potential zur baulichen Erweiterung.

Neben der stadträumlichen Arrondierung des Bestands und der Umnutzung oder Revitalisierung mindergenutzter Hafenflächen im östlichen Bereich sollen insbesondere die Grün- und Freiflächenqualität verbessert und Grünräume vom Sommerhoffpark im Westen über den Mainuferpark bis hin zum Hafenpark im Osten besser miteinander vernetzt werden. „Mit beiden Bebauungsplänen wollen wir eine geordnete städtebauliche Entwicklung steuern, die den wirtschaftlichen und sozialen, aber auch den klimatischen Anforderungen gerecht wird“, sagt Josef.

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