„Jugendliche brauchen solche Orte“

Nieder-Eschbach
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Der Raum als dritter Pädagoge – dieses Prinzip gilt in Schulen, aber auch in der Jugendarbeit. Im Jugendhaus am Bügel schwächelte der Lern- und Lebensort in den letzten Jahren. Das Freigelände war kaum noch nutzbar. Das soll sich in den kommenden Monaten ändern. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gab am Montag, 9. August, den Startschuss für die lang ersehnte Umgestaltung des Geländes.

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Gemeinsam mit Vertretern der Ortsbeiräte 10 und 15 sowie Jugendhaus-Leiterin Svenja Klemen setzte er den symbolischen ersten Spatenstich für die umfassende Sanierung, die bis Frühjahr 2022 abgeschlossen sein soll. „Diese Baustelle ist weder besonders tief noch besonders groß“, sagte das Stadtoberhaupt. „Und dennoch ist sie etwas ganz Besonderes. Es geht um Perspektiven für Kinder und Jugendliche in diesem Stadtteil, um einen Anlaufpunkt, einen Anker im Viertel.“

Planungsdezernent Mike Josef ergänzte: „Wir haben die aktiven Jugendlichen von Anfang an intensiv beteiligt. Sie haben die Planung in einem zweistufigen Prozess gemeinsam mit Landschaftsplanern, dem Grünflächenamt und dem Stadtplanungsamt entwickelt. Es ist gerade bei einem solchen Projekt wichtig, dass die künftigen Nutzer in die Gestaltung einbezogen werden. Denn nur dann werden sie sich die Anlage eigenverantwortlich und positiv aneignen.“ Die Umgestaltung erfolgt im Rahmen des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ (vorher „Soziale Stadt Ben-Gurion-Ring“). Der Gesamtinvestitionsbedarf für die nun vorliegende Planung mit einem multifunktionalen Ballspielfeld, einer Boulderwand, einer neuen Tribüne, einer Parcour- und Calistenics-Anlage sowie einem Gartenbereich für den Mädchentreff mit Bodentrampolin und Hängeschaukel liegt bei 965.000 Euro. Davon werden 579.000 Euro von Bund und Land übernommen.

Für das Viertel sei die Sanierung ein Riesengewinn, so Feldmann. Die engagierte Arbeit des Jugendhauses habe mehr als 15 Jahren darunter gelitten, dass Außenanlagen und Sportflächen faktisch unbrauchbar waren: „Fast eine Million klingt viel. Aber ich sage Ihnen: Es ist gut angelegtes Geld.“ Die dringend notwendige Sanierung der Freiflächen war in den vergangenen Jahren immer wieder Gegenstand verschiedener Anregungen und Initiativen der im Gebiet engagierten Gremien wie dem Regionalrat und dem Ortsbeirat 15. Vor allem das im Januar 2021 verstorbene Mitglied, Werner Ullrich, setzte sich seit 2010 intensiv für die Erneuerung der Außenanlagen ein. Mit Aufnahme in das heute „Sozialer Zusammenhalt“ genannte Programm wurde der Magistrat 2015 erneut aufgefordert, die Finanzierung einer Neugestaltung der Außenanlagen nun aus Fördermitteln zu ermöglichen – diesmal mit Erfolg. Da die aufwertende Sanierung der Spiel- und Freiflächen sich klar in die Zielsetzung der sozialen Stadterneuerung einfügt, konnte das Projekt bereits 2016 beim Fördermittelgeber angemeldet und 2017 bewilligt werden. Das Konzept wurde in einem zweistufigen Planungsprozess gemeinsam mit Landschaftsplanern, dem Grünflächenamt und dem Stadtplanungsamt entwickelt. Die Jugendlichen waren von Anfang an einbezogen, konnten sich mit ihren Ideen einbringen.

Für Feldmann, der das Jugendhaus von 1990 bis 1996 leitete, geht der Spatenstich denn auch persönlich nahe: „Die Arbeit hier hat mich geprägt wie kein zweiter Job. Kinder sind die Zukunft – das ist ein schnell dahingesagter Satz. Hier habe ich erfahren, was er bedeutet. Dass Kinder auf ihrem Weg in die Zukunft Hilfe brauchen, dass man sie nicht einfach ihrem Schicksal überlassen darf.“

Foto: Oberbürgermeister Peter Feldmann und Leiterin Svenja Klemen am Jugendhaus am Bügel. Copyright Stadt Frankfurt, Foto: Holger Menzel
Foto: Ursula Brunner (Stadtplanungsamt), Heike Appel (Grünflächenamt), Jochen Haseleu (Ortsbeirat 15), Leiterin Svenja Klemen, Vera Eiselt (Ortsbeirat 10) und Oberbürgermeister Peter Feldmann beim Spatenstich. Copyright Stadt Frankfurt, Foto: Holger Menzel

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