Dezernentin Heilig bedauert Ausstieg aus Istanbul-Konvention

Politik
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

„Der Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention bereitet mir größte Besorgnis - das ist ein bösartiger Angriff auf den Schutz von Frauen vor Gewalt und Diskriminierung,“ sagt Frauendezernentin Rosemarie Heilig.

„In Frankfurt richten wir gerade die Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul- Konvention ein und beginnen mit dem Aufbau von kommunalen Strukturen zum Gewaltschutz und zur Prävention von gewalttätigen Übergriffen jeglicher Art gegen Frauen und Mädchen. Dass nun ausgerechnet das Land, in dem diese wegweisende Vereinbarung getroffen wird, den Weg zurück ins Mittelalter beschreitet, ist ein harter Schlag.“

Präsident Recep Erdogan, als autokratischer Herrscher, entzieht Frauen und Mädchen in seinem Land den zugesprochenen Schutz vor Gewalt - Gewalt von Männern, in der Öffentlichkeit und in ihrer häuslichen Umgebung. Und das im Jahr 2021, zehn Jahre nachdem die Istanbul-Konvention vom Europarat ausgearbeitet und von Erdogan selbst in Istanbul unterzeichnet wurde. In einem Land in dem, laut Medienberichten, fast täglich eine Frau durch Gewalt stirbt.

„Nur, weil konservative Politiker überholte, vermeintlich traditionelle Familienstrukturen gefährdet sehen und einen Machtverlust befürchten, hat die Türkei mit dem Austritt aus der Istanbul Konvention nun Fakten geschaffen“, erklärt Heilig weiter.

Überall hat die Gewalt gegen Frauen in den vergangenen Monaten zugenommen. Auch bei uns vermelden Medien erschreckende Zahlen. Hier und überall in der Welt ist Gewalt gegen Frauen ein verbreitetes Problem. Das Auswärtige Amt und der Europarat haben zur aktuellen Situation in der Türkei bereits Stellung bezogen und von „verheerenden Nachrichten“ gesprochen.

„Ich erkläre mich solidarisch mit allen Frauen, die in Istanbul und der ganzen Türkei auf die Straße gehen und für ihr Recht auf Schutz vor Gewalt einstehen. Geschlechtsspezifische Gewalt ist und bleibt eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung. Alle Frauen und Mädchen haben ein Recht auf ein gewaltfreies Leben. In der Türkei und überall auf der Welt. In Frankfurt müssen wir deshalb die Hilfsangebote gerade für Frauen mit Migrationshintergrund weiter ausbauen, auch um dafür zu sorgen, dass der ideologische Arm von Autokraten nicht bis in unsere Stadt reicht“, schließt Heilig.



PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von VORSPRUNG!