Wenn VW hustet...

Vogler
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... dann haben die Zulieferer eine schwere Grippe! Dieser Vergleich trifft den derzeitigen Zustand der Automobilwirtschaft im Allgemeinen und den von Deutschlands größtem Automobilwerk im Besonderen. Drei Werke sollen geschlossen und die Gehälter der Belegschaft deutlich reduziert werden. Und was die Zulieferer angeht, hängt in Deutschland schätzungsweise jeder siebte (!) Arbeitsplatz direkt oder indirekt mit der Autoindustrie zusammen.

Das trifft auch und besonders namhafte Betriebe im Main-Kinzig-Kreis. WOCO, Litens Automotive und Veritas stehen als Namen für bewährte Autozulieferer. Diese drei, und mit ihnen viele kleinere Betriebe, haben in den vergangenen Jahren und Monaten bereits schmerzlich gespürt, was es heißt, dass sich die Automobilindustrie in sprichwörtlich schwerer See bewegt.

Ganz so überraschend, wie es uns einige ÖR-Medien glauben machen wollen, kam diese Krise allerdings nicht. Das Auto – insbesondere der Verbrenner - wurde von interessierten Kreisen bereits seit geraumer Zeit heftig schlecht geredet. Ein Ergebnis dieser Kampagne ist jetzt eindrucksvoll zu besichtigen. Das E-Auto sollte es nun richten. Der VW-Aufsichtsrat, mehrheitlich bestehend aus Grünen, Sozialdemokraten und Gewerkschaftern, mit einer Jahresgage von 100.000 (!) Euro pro Person, hatte vor nicht allzu langer Zeit den Vorstand des Konzerns angetrieben, weg vom Verbrenner und hin zum E-Auto zu agieren. Auch die Folge dieser Politik des VW-Aufsichtsrat, der anscheinend ideologische Gründe als wichtiger ansah, als fachliche Experteneinschätzungen, ist aktuell eindrucksvoll zu sehen.

Die anstehenden Tarifverhandlungen werden folglich eine bittere Pille für die Belegschaft sein. Ob eine Lohnerhöhung kommt, ist genauso fraglich wie die Frage, ob alle VW-Beschäftigte ihren Job behalten werden. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird jetzt eine Rechnung präsentiert für den Wohlstandsspeck, der sich in den vergangenen Jahrzehnten angesammelt hat.

Ein deutliches Zeichen für einen neuen Kurs und damit zusammenhängender Sparsamkeit wäre die drastische Senkung der Aufsichtsratsvergütungen. 100 000 Euro pro Jahr für jeden erscheint in dieser Situation sehr üppig, der Aufsichtsratsvorsitzende erhält übrigens 300 000 Euro und sein Stellvertreter immerhin noch 200 000 Euro. Weil die Damen und Herren - auch im „Hauptberuf“ als Gewerkschaftsfunktionäre und/oder Politiker - ordentlich alimentiert werden, würde eine stattliche Reduzierung keine Armen treffen. Das gilt selbst eingedenk der Tatsache, dass Politiker und Gewerkschafter nicht den gesamten Betrag einstreichen, sondern einen größeren Teil an die Gewerkschafts- oder Staatskasse abführen.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (74) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur bis heute als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.



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