Kriegsgeschrei

Vogler
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Im politischen Berlin weht ein immer strammerer Wind gen Osten und die Sprache von den etablierten Parteien präsentiert sich immer stärker als „Kriegsgeschrei“. Nachdem der Verteidigungsminister bereits vor geraumer Zeit die Parole ausgegeben hat, Deutschland und die Bundeswehr müssten „kriegstauglich“ werden, steht aktuell das Thema „Schutzräume“ – vulgo Bunker – auf der Tagesordnung. CDU, SPD, Grüne und die FDP übertreffen sich dabei in ihren öffentlichen Stellungnahmen mit Erklärungen, wieviel Deutschland an Waffen, Munition und sonstigem Kriegsgerät in die Ukraine pumpt und das es noch mehr liefern sollte.

Begründet werden diese martialischen Gesten damit, dass in der Ukraine die Demokratie und schließlich Europa gegenüber den Russen verteidigt werde. Diese Sprüche wie „unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt“ ist seit dem Afghanistan-Feldzug mit deutscher Beteiligung hinlänglich bekannt. Das traurige Ergebnis einschließlich des überstürzten und schmachvollem Rückzuges auch. Bis zu einer Sprache, wonach „die bolschewistischen Horden aus Asien aufgehalten werden müssen“, ist es jetzt nur noch ein kleiner Schritt.

Von den „Musterdemokraten“ wird weiter argumentiert, dass die Russen schließlich das Völkerrecht mit dem Einmarsch in die Ukraine gebrochen hätten. Zum Bruch des Völkerrechts durch die Koalition der Willigen beim 2. Irakkrieg wird geflissentlich geschwiegen. Gerhard Schröder und sein Außenminister Joschka Fischer haben sich damals diesem Krieg verweigert. Chapeau für diese Haltung!

Bleibt überdies festzuhalten, dass es bis heute keinen Beschluss des Bundestages zu dem deutschen Engagement im Ukraine-Konflikt gibt. Ein solches Votum wäre nicht zuletzt aus fiskalischen Gründen erforderlich, um dem Wahlvolk darzustellen, welche Lasten den Menschen in Deutschland mit dieser Politik aufgebürdet werden.

Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen: mit dem Einmarsch in die Ukraine hat sich Russland ins Unrecht gesetzt. Das gilt auch angesichts der Vorgeschichte des Konflikts, bei dem die Ukraine keine gute Figur abgegeben hat. Spätestens mit der ukrainischen Invasion in der russischen Kursk-Region hat das Selenskyj-Regime aber seine politische Unschuld verspielt. Jetzt wird offensichtlich: Es geht es nicht mehr um die die Verteidigung der Demokratie – die es  in der Ukraine ohnehin nicht gab und gibt – sondern um einen Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland. Und da sollte sich Deutschland tunlichst heraushalten, denn der Weg zu einer globalen Auseinandersetzung ist nicht m

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (74) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur bis heute als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.



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