GEW: „Schluss mit Zeitverträgen und Dumpinglöhnen in der Forschung!"

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Der Bundestagsausschuss für Forschung, Technologie und Raumfahrt führt heute eine öffentliche Anhörung zur Novellierung des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes durch, mit der die Besserstellung, also außertarifliche Bezahlung von Führungskräften an Forschungseinrichtungen erleichtert werden soll. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) plädiert dafür, zunächst die „Schlechterstellung" vieler Forscherinnen und Forscher zu beenden. „In der außeruniversitären Forschung feiert das Befristungsunwesen fröhliche Urständ, Promovierende werden mit untertariflichen Gehältern abgespeist. Schluss mit Zeitverträgen und Dumpinglöhnen in der Forschung", sagte Andreas Keller, GEW-Vorstandsmitglied Hochschule und Forschung und einer der fünf vom Bundestagsausschuss geladenen Sachverständigen.

80 Prozent der Forscherinnen und Forscher ohne Professur oder vergleichbare Leitungsfunktion seien befristet beschäftigt, führte Keller aus. „Das ist eine Schlechterstellung gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Industrie, in denen die unbefristete Beschäftigung die Regel ist." Auch gegenüber den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an den Hochschulen seien viele Beschäftigte in der außeruniversitären Forschung schlechter gestellt. „Die Forschungseinrichtungen werden von Bund und Ländern Jahr für Jahr mit über zehn Milliarden Euro gefördert, weigern sich aber standhaft, mit den Gewerkschaften einen Tarifvertrag abzuschließen. Insbesondere Promovierende werden auf diese Weise untertariflich bezahlt – in der Regel nur mit 65 Prozent des Gehalts, das ihnen nach den Tarifverträgen für den öffentlichen Dienst zustehen würde", kritisierte der GEW-Wissenschaftsexperte.

Keller rief Bund und Länder auf, die Finanzierung der Forschungseinrichtungen an gute Arbeitsbedingungen und Tarifverträge für alle Beschäftigten zu knüpfen. „Exzellente Forschungsleistungen sind nicht allein auf die Expertise einzelner Institutsdirektorinnen und -direktoren zurückzuführen, sondern die Ergebnisse von Teams, in denen Promovierende, Postdocs und Beschäftigte in Technik und Verwaltung zusammenarbeiten. Wir brauchen daher wettbewerbsfähige Gehälter und faire Beschäftigungsbedingungen für alle", mahnte das GEW-Vorstandsmitglied.

 



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