PETA kritisiert Menschenaffenhaltung und fordert Zuchtstopp

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Wie der Zoo Frankfurt am Mittwoch, 11. November, bekannt gab, hat Gorilladame Shira bereits im November ein Baby zur Welt gebracht.

"Aus PETAs Sicht ist die Geburt jedoch kein Grund zur Freude: Denn das Gorillababy ist nun gezwungen, sein gesamtes Leben unter artwidrigen Bedingungen in Gefangenschaft zu verbringen. PETA weist darauf hin, dass die Gefangenhaltung von Menschenaffen in Zoos mit der lebenslangen Inhaftierung eines Menschen vergleichbar ist. Die Tierrechtsorganisation fordert die Zooverantwortlichen auf, die Zucht zu beenden und die Haltungen auslaufen zu lassen", erklärt die Tierschutzorganisation PETA.

„Der Gorilla-Nachwuchs im Frankfurter Zoo leistet keinen Beitrag zum Artenschutz – das Baby wird lediglich als neuer Publikumsmagnet missbraucht, der die Kassen weiter klingeln lassen soll“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für die Tiere in der Unterhaltungsindustrie. „Das Einsperren unserer nächsten Verwandten ist Tierquälerei. Die Zucht muss deshalb schnellstmöglich beendet werden.“

"Mit Artenschutz haben die ständigen Zuchtbemühungen der Zoos PETAs Ansicht nach wenig zu tun: Das „Europäische Erhaltungszuchtprogramm“ (EEP) wurde ins Leben gerufen, um die Zucht von Gorillas für die Zurschaustellung in Gefangenschaft zu koordinieren, nachdem das Washingtoner Artenschutzübereinkommen den Import von Gorillas aus dem Freiland untersagte. Da die Zoohaltung nichts mit der natürlichen Umgebung freilebender Menschenaffenfamilien zu tun hat, verstoßen Menschenaffen-Mütter in Gefangenschaft immer wieder ihre Babys. Bei knapp der Hälfte der Gorilla-Frauen im EEP, die Nachwuchs bekamen, musste mindestens ein Kind von Menschenhand aufgezogen werden. Zudem können deutsche Zoos keine Auswilderungen bei Menschenaffen vorweisen – in Gefangenschaft haben die Tiere nahezu keine Möglichkeit, Verhaltensweisen, die für ein Überleben in der Natur unverzichtbar sind, zu erlernen", so PETA weiter.

"Aufgrund der unnatürlichen und meist mangelhaften Haltungsbedingungen in Zoo-Gefangenschaft kommt es bei Menschenaffen immer wieder zu plötzlichen Todesfällen, Verhaltensstörungen und anderen Krankheiten. In deutschen Zoos sind seit Anfang 2010 mindestens 21 junge Menschenaffen gestorben, davon acht Tiere allein im Frankfurter Zoo. Der jüngste Todesfall ereignete sich dort Anfang 2020, als das Kind von Bonobo-Dame Nayembi in der Silvesternacht starb", unterstreicht PETA.

"Die Bedürfnisse von Menschenaffen sind so komplex, dass ihnen kein Zoo einen artgerechten Lebensraum bieten kann. Studien zufolge leiden die Tiere in Zoos häufig unter schweren Verhaltensstörungen. Ihr psychisches Leid äußert sich durch Selbstverstümmelung, extreme Zurückgezogenheit, permanentes Hin- und Herschaukeln des Oberkörpers bis hin zum Verzehr der eigenen Exkremente. Zum Teil verabreichen Zoos den Tieren sogar Psychopharmaka, damit sie die lebenslange Gefangenschaft überhaupt ertragen und die Folgen der Gefangenschaft für die Besucher nicht zu offensichtlich sind", schreibt PETA weiter.

"Laut einer von PETA in Auftrag gegebenen INSA-Meinungsumfrage vom April 2020 befürwortet mit 41 Prozent die relative Mehrheit der Befragten ein Ende der Zucht und Haltung von Menschenaffen in deutschen Zoos. Mit einer Petition auf ihrer Kampagnenwebsite appelliert die Tierrechtsorganisation an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), die Gefangenhaltung und Zurschaustellung der sensiblen Tiere schnellstmöglich auslaufen zu lassen", so PETA.

"PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft", erklärt PETA weiter.



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