Im November 2020 waren 29.753 Menschen in Frankfurt am Main arbeitslos gemeldet. Das waren 859 Menschen weniger (-2,8 Prozent) als im Oktober. Über einen Zeitraum von fünf Monaten hinweg war die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen angestiegen, am deutlichsten in der Anfangszeit während des ersten durch die Corona-Pandemie bedingten Lockdowns. Den dritten Monat in Folge ist die Arbeitslosenzahl in der Stadt nun wieder zurückgegangen. Gegenüber November 2019 waren aktuell 9.874 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies entspricht einem Anstieg von 49,7 Prozent.
Die Arbeitslosenquote ging im November nochmals um 0,2 Prozentpunkte zurück und liegt nun bei 7,1 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote bei 4,8 Prozent gelegen - unter der 5-Prozent-Marke. „Seit fünf Monaten sind erstmals wieder weniger als 30.000 Menschen in Frankfurt am Main von Arbeitslosigkeit betroffen“, betont Stephanie Krömer, Leiterin der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main.
„Besonders zu Beginn des Pandemiegeschehens hatte es einen starken Anstieg gegeben, der sich bis in den August hinein fortgesetzt hat. Seitdem ist die Arbeitslosigkeit wieder etwas zurückgegangen. Die erneute Verschärfung der Infektionslage seit Beginn des Herbstes stellt uns alle vor weitere Herausforderungen. Viele Betriebe in den besonders betroffenen Branchen müssen ihre Arbeit wieder oder weiterhin ruhen lassen oder können sie nur eingeschränkt weiterführen. Das spiegelt sich auch in den seit Monaten erstmals wieder gestiegenen Anzeigen für Kurzarbeitergeld im November wider. Dennoch hat uns die Entwicklung der letzten drei Monate wertvolle Zeit verschafft, in der Betriebe Fach- und Nachwuchskräfte eingestellt haben und Menschen neue Beschäftigungen aufnehmen konnten. Trotz des großen Andrangs am ersten Adventssamstag werden viele der üblichen, in der Regel zeitlich befristeten Einstellungen für das Weihnachtsgeschäft wohl ausbleiben"
"Dennoch gibt es auch in dieser schwierigen Zeit Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Um nur einige exemplarisch zu nennen: Offene Stellen meldeten unter anderem Betriebe für Berufe in der Informatik, Berufe in der Lagerwirtschaft, für Büro- und Sekretariatskräfte und für den Objekt-, Werte- und Personenschutz. Ein weiteres Beispiel: Auch öffentliche Dienstleister sind auf der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das gilt auch für uns als Agentur Frankfurt am Main. Nachdem unsere neuen Auszubildenden und Studierende bereits im September begonnen haben, laufen bei uns auch aktuell wieder Auswahlverfahren. Generell bietet der Frankfurter Ausbildungsmarkt jungen Menschen noch einiges an Chancen. Aktuell läuft die sogenannte Nachvermittlungsphase auf Hochtouren und seit Ende des Berichtsjahres am 30. September konnten weitere junge Menschen mit Unternehmen zusammengebracht werden.“
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat zeigte sich bei allen Personengruppen - Frauen, Männern, den unter 25-Jährigen, den Älteren ab 50 Jahren und bei Menschen ohne deutschen Pass – ebenso wie die veränderte Arbeitsmarktsituation gegenüber dem Vorjahr, in der Corona noch keinen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung ausübte. Den prozentual größten Rückgang gab es bei den jungen Menschen unter 25 Jahren (-8,2 Prozent oder -224 junge Menschen).
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), für den die Agentur für Arbeit Frankfurt in der Stadt zuständig ist, ging die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen um 751 (-5,5 Prozent) auf 12.838 Menschen zurück. Das waren 5.723 mehr (+80,4 Prozent) als vor einem Jahr.
In der Grundsicherung (SGB II), für die das Jobcenter Frankfurt am Main verantwortlich ist, waren 16.915 Menschen gemeldet. Das waren etwas weniger als im Oktober (108 Menschen weniger; -0,6 Prozent) und 4.151 Menschen mehr (+32,5 Prozent) als vor einem Jahr.
Wie im Rechtskreis SGB III waren nach zuvor rückläufigen Zahlen durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise immer mehr Familien oder Haushalte auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen oder konnten ihren Lebensunterhalt nicht allein mit ihrem Einkommen bestreiten. Seit September ist die Zahl der sogenannten Bedarfsgemeinschaften wieder rückläufig und liegt aktuell bei 35.907. Das waren 193 weniger (-0,5 Prozent) als im Oktober und 2.871 mehr (+8,7 Prozent) als vor einem Jahr.
„Auch im November sind wieder weniger Menschen in Frankfurt am Main auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen“, bestätigt Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Geschäftsführerin des Jobcenters Frankfurt am Main. „Beim Jobcenter Frankfurt am Main sind 110 Menschen weniger als im Vormonat arbeitslos gemeldet sowie 190 Familien bzw. Bedarfsgemeinschaften weniger im Bezug von SGB II Leistungen. Der Vergleich zum Vorjahr macht jedoch deutlich, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie weiterhin bei vielen Menschen für den Unterstützungsbedarf verantwortlich sind. Nach wie vor liegt auch die Zahl der Neuanträge auf Leistungen nach dem SGB II deutlich höher als im Vergleich zum Vorjahr.“
Etwas weniger Stellenmeldungen als im Oktober
Im November meldeten die Unternehmen 1.515 offene Stellen bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. Das waren etwas weniger als im Oktober (-98 Stellen oder -6,1 Prozent). Die höchsten Stellenzugänge gab es für Berufe in der Informatik, Berufe in der Lagerwirtschaft, für Büro- und Sekretariatskräfte und für den Objekt-, Werte- und Personenschutz. Im Vergleich zum Vorjahr wurden insgesamt 234 Stellen weniger (-13,4 Prozent) gemeldet.
Wie stark die Corona-Pandemie die wirtschaftliche Entwicklung ausgebremst hat, zeigt sich weiterhin in der Jahresentwicklung: Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main insgesamt 15.286 offene Stellen. Das waren fast 5.300 weniger (-25,7 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Mit insgesamt 6.084 gemeldeten Stellen war der Stellenbestand im November etwas niedriger als im Oktober (-3,6 Prozent) und deutlich niedriger als im Vorjahr (-4.447 Stellen oder -42,2 Prozent).
Aktueller Stand zum Thema Kurzarbeit in Frankfurt am Main
Seit Ausbruch der Corona-Pandemie können viele Betriebe mit Hilfe des Kurzarbeitergeldes ihre Belegschaft halten und Arbeitsplatzverluste vermeiden. Nach zuvor monatlich rückläufigen Zahlen, gingen im November erstmals wieder mehr Anzeigen für Kurzarbeit ein. Insgesamt zeigten nach vorläufigen Erhebungen 528 Betriebe neu Kurzarbeit an. Damit bewegt sich die Zahl erstmals wieder über dem Niveau von Juni 2020, als 380 Betriebe Kurzarbeit anzeigten. Vierstellige Spitzenwerte hatte es in der Anfangszeit der Corona-Pandemie von Mitte März bis Mai gegeben. Insgesamt prüfte die Arbeitsagentur Frankfurt von Mitte März bis November 11.216 Unternehmensanzeigen mit möglicher Kurzarbeit für 208.537 Personen.
Wie viele Betriebe tatsächlich kurzgearbeitet haben, kann erst nach drei Monaten ausgewiesen werden, da die Betriebe so lange Zeit haben, ihre Abrechnungslisten einzureichen. Aktuelle Hochrechnung für tatsächlich realisierte Kurzarbeit liegen jetzt für die Monate März bis Juli vor.
Die Entwicklung der letzten drei Monate:
Demnach waren im Mai 6.638 Betriebe mit 126.556 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, im Juni 5.709 Betriebe mit 115.604 Beschäftigten und im Monat Juli 4.797 Betriebe mit 101.038 Beschäftigten betroffen.
In welchen Wirtschaftsbereichen Kurzarbeit realisiert wurde, kann jetzt auch für den Monat Mai ausgewiesen werden. Gemessen an der Anzahl der Betriebe waren die Anteile realisierter Kurzarbeit in folgenden Branchen exemplarisch am größten:
· Gastronomie - 1.262 Betriebe für 11.670 Beschäftigte
· Einzelhandel - 628 Betriebe für 5.534 Beschäftigte
· Verkehr und Lagerei – 577 Betriebe für 49.715 Beschäftigte
· Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen – 894 Unternehmen für 11.336 Beschäftigte.
Stephanie Krömer, Leiterin der Agentur für Arbeit Frankfurt am Mai zu dieser aktuellen Entwicklung: „Die erneute Zuspitzung der Infektionslage im Herbst und der damit einhergehende Teil-Lockdown haben die Anzeigen für Kurzarbeit wieder ansteigen lassen. Auch in dieser erneut schwierigen Phase hilft das Kurzarbeitergeld Unternehmen und Beschäftigten, wertvolle Zeit zu gewinnen, damit finanzielle Engpässe überbrückt, Arbeitsplätze erhalten und Existenzen gesichert werden können.“