Corona bringt bessere Luft in Frankfurt

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In Frankfurt am Main konnte im vergangenen Jahr erstmalig an allen Messpunkten der Grenzwert für Stickstoffdioxid eingehalten werden. Dies geht aus den vorläufigen Messwerten des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hervor.

Noch 2019 waren an den verkehrsnahen Hotspot-Messstellen deutliche Überschreitungen des Grenzwerts von Stickstoffdioxid (NO2) registriert worden. Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) im Jahresmittel. Der NO2-Passivsammler in der Battonnstraße (Haltestelle Börneplatz) erfasste 2019 noch 51,0 µg/m³, im Riederwald wurden Am Erlenbruch 80 und am Erlenbruch 130 Konzentrationen in Höhe von 43,9 µg/m³ sowie 49,7 µg/m³ gemessen. Auch an der bekannten Luftmessstation in der Friedberger Landstraße wurde der Grenzwert vorletztes Jahr mit 41,7 µg/m³ noch knapp überschritten.

2020 sank die Belastung an der Messstelle Battonnstraße nach Angaben des HLNUG erstmals unter den Grenzwert auf 39,4 µg/m³. Ebenfalls deutlich sind die NO2-Werte vergangenes Jahr Am Erlenbruch auf 35,2 µg/m³ oder 39,7 µg/m³ und an der Friedberger Landstraße auf 33,9 µg/m³ gesunken.

Somit ging die Stickstoffdioxid-Belastung von 2019 auf 2020 an den verkehrsnahen, hochbelasteten Stellen in Frankfurt um etwa ein Fünftel zurück. Diese sind:

- Friedberger Landstraße: - 19 Prozent
- Battonnstraße: - 23 Prozent
- Am Erlenbruch 80: - 20 Prozent
- Am Erlenbruch 130: - 20 Prozent

Neben diverser luftreinhalteplanerischer Maßnahmen und der allgemeinen Flottenverjüngung von Fahrzeugen ist dieser Rückgang im Wesentlichen auf das reduzierte Verkehrsgeschehen während der beiden durch coronabedingten Lockdowns zurückzuführen.

An zwei Frankfurter Passivsammlermessstellen wurden noch deutlich höhere Minderungsraten festgestellt:

- Pforzheimer Str.: - 31 Prozent
- Mainkai: - 42 Prozent

Die Immissionsbelastung in der Pforzheimer Straße wird wesentlich durch das ansässige Fernbusterminal bestimmt. Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Fernreiseaufkommen eingebrochen, die Stickoxidbelastung sank hier im Verhältnis stärker von 44,0 µg/m³ in 2019 auf 30,5 µg/m³ im vergangenen Jahr.

Die 13-monatige Sperrung des Mainkais bewirkte im Zusammenhang mit den Auswirkungen durch die Corona-Pandemie den mit Abstand größten Rückgang der Stickstoffdioxidbelastung in Frankfurt. Mit einem Minus von 42 Prozent sank der Messwert von 41,5 µg/³ (2019) auf nur noch 24,2 µg/m³ (2020). Von August 2019 bis einschließlich August 2020 war der Mainkai für den Kfz-Verkehr vollständig gesperrt, zudem sanken die lokalen Stickoxidemissionen aufgrund der eingeschränkten Personenschifffahrt.

Am 28. Dezember 2020 ist der Luftreinhalteplan für den Ballungsraum Rhein-Main, zweite Fortschreibung Teilplan Frankfurt am Main, in Kraft getreten. Sollte sich die Stickoxidbelastung wieder erhöhen, sieht der Plan zusätzlich zum umfangreichen Maßnahmenpaket der Stadt auch die Einführung von Fahrverboten frühestens ab der Jahresmitte vor.

Weitere Informationen zu den Maßnahmen des Luftreinhalteplans sind unter https://frankfurt.de/themen/umwelt-und-gruen/umwelt-und-gruen-a-z/luft/luftreinhalteplanung-2020 zu finden. Die Pressemitteilung des HLNUG mit sämtlichen hessischen NO2-Messwerten kann unter https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/bessere-luft-in-hessen eingesehen werden.



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