Er kann mehr als 41 Berufsjahre aufweisen, 38 davon gehörte er dem Stadtvermessungsamt Frankfurt an. Jetzt scheidet Rainer Müller-Jökel, seit 2010 Amtsleiter, aus dem aktiven Dienst aus. „Unter seiner Führung fielen wichtige und weitreichende Entscheidungen für das Stadtvermessungsamt, das er ganz wesentlich geprägt hat“, sagt Planungsdezernent Mike Josef.
„Konsequent verfolgte er die besondere Positionierung des Amtes innerhalb der Stadtverwaltung, aber auch als Dienstleister für Politik und Wirtschaft bei allen Fragen zu Vermessung, Immobilienwertermittlung, Baulandbereitstellung und Geoinformation. Damit hat er als innovativer Partner für digitale Geo-Dienstleistungen zur Umsetzung einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung für die Stadt Frankfurt wertvolle Dienste geleistet. Dafür und für unsere ausgezeichnete Zusammenarbeit möchte ich ihm meinen Dank und die besten Wünsche für den Übergang in den Ruhestand aussprechen.“
Müller-Jökel, Jahrgang 1956, geboren und sozialisiert in Köln, kann einen beeindruckenden beruflichen Werdegang vorweisen. Nach dem Studium des Vermessungswesens an der Uni Bonn, wissenschaftlicher Tätigkeit und der Großen Staatsprüfung entschied er sich 1983 für die Praxis – und wurde Leiter des Sachgebiets Grundstücksbewertung im Stadtvermessungsamt Frankfurt. Später übernahm er die Abteilung Bodenordnung, die er über Jahrzehnte leitete und trug bei zahlreichen Umlegungsverfahren zur Bereitstellung von Baugrundstücken und Infrastrukturflächen bei.
Als bundesweit sowie international anerkannter Umlegungs- und Immobilienbewertungsfachmann hat er zahlreiche Vorträge gehalten, Publikationen verfasst und Seminare veranstaltet. Die internationale Zusammenarbeit – unter anderem mit UN-Habitat – war Müller-Jökel dabei ein besonderes Anliegen. Über viele Jahre hinweg übernahm er Lehraufträge, beispielsweise für die Frankfurt University of Applied Sciences. Müller-Jökel war zudem langjähriger Leiter verschiedener Arbeitskreise zum Landmanagement und engagierte sich in den Gremien des Hessischen und Deutschen Städtetages. Seine besondere Expertise führte im Jahr 2002 zur Berufung in die Sachverständigenkommission des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen zur Novellierung des Baugesetzbuchs.
Amtsleiter Müller-Jökel engagierte sich auch für den fachlichen Nachwuchs. Seit drei Jahrzehnten ist er Dozent bei den interdisziplinären Lehrgängen für Referendare der Fachrichtungen Geodäsie und Geoinformation, Städtebau, Straßenbauwesen des Instituts für Städtebau Berlin der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung. Außerdem ist er Prüfer in der Abteilung „Vermessungs- und Liegenschaftswesen“ des Oberprüfungsamtes für den höheren technischen Verwaltungsdienst. Auch dem Gutachterausschuss für Immobilienwerte für den Bereich der Stadt Frankfurt am Main wird Müller-Jökel als stellvertretender Vorsitzender und ehrenamtlicher Gutachter weiterhin erhalten bleiben.
„Rainer Müller-Jökel hat mit einem leistungsstarken und motivierten Team deutliche Spuren hinterlassen“, sagt Josef. „Sie reichen von den vermessungstechnischen, bodenordnerischen und wertermittlungsmäßigen Aufgaben bei der Neubebauung des Dom-Römer-Areals über den erfolgreichen Abschluss zahlreicher Umlegungsverfahren bis hin zum Aufbau der zentralen Geodateninfrastruktur GDI-FFM als Reformprojekt zur Optimierung des städtischen Geodatenmanagements.“
Foto: Rainer Müller-Jökel. Foto: Sebastian Matthias