Die Steuben-Schurz-Gesellschaft (SSG) ist die älteste deutsch-amerikanische Freundschaftsorganisation in der Bundesrepublik Deutschland und eng mit Frankfurt am Main verbunden. Sie fördert die deutsch-amerikanischen Beziehungen und die internationale Völkerverständigung in vielfältiger Weise. Sie verbindet Menschen aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft mit Amerikanern in Deutschland.
Die Stadt unterstützt sie gerne bei diesem wichtigen, gemeinsamen gesellschaftlichen Engagement und stellt künftig einen Raum im Gebäude der Stadtkämmerei gleich neben der Paulskirche zur Verfügung.
„Auf der Grundlage gemeinsamer Werte engagiert sich die Steuben-Schurz-Gesellschaft wie auch die Stadt Frankfurt am Main für vertrauensvolle transatlantische Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika, die durch das gesellschaftliche Engagement Menschen verbindet“, sagt Bürgermeister Uwe Becker. „Freundschaft wird nicht vererbt, sondern jede Generation muss daran arbeiten, um sie aufrecht zu erhalten und auszubauen. Sie ist kein Automatismus. Aus diesem Grund arbeitet die Stadt Frankfurt am Main mit der Steuben-Schurz-Gesellschaft zusammen. Die Carl Schurz-Gedenktafel an der Paulskirche erinnert an das demokratische Wirken des Namenspatrons in der Märzrevolution 1848/49 und mit der künftigen Nutzung eines Raumes am Paulsplatz kann vielleicht auch ein erster Schritt zur künftigen Nutzung des Kämmereigebäudes für die deutlichere Sichtbarmachung der Demokratiegeschichte Frankfurts und der Beziehungen zu den USA gegangen werden. Begriffe wie Aufklärung, Amerikanische Verfassung und Märzrevolution in Deutschland weben gemeinsam ein Band, das Deutschland und die USA schon aus der Geschichte heraus fester zusammenhält als jeder Wirtschaftsvertrag. Trotzdem sind freundschaftliche Beziehungen zwischen Staaten nicht selbstverständlich und schon gar nicht konfliktfrei. Auch wir müssen an unserer Beziehung miteinander immer weiterarbeiten und mit dem heutigen Tag festigen wir das gemeinsame transatlantische Fundament“, sagt Becker.
Die Ehrenpräsidentin der Steuben-Schurz Gesellschaft, Ingrid zu Solms-Wildenfels, hatte die Einrichtung des Carl-Schurz-Raums von Seiten der SSG betreut und vorangetrieben: „Es ist eine Freude, diese Ausstellung deutsch-amerikanischer Freundschaft mit besonderem Frankfurt-Bezug jetzt fertig zu sehen. Sie wird hoffentlich in den Guideplan Frankfurter Sehenswürdigkeiten eingetragen und häufig besucht. Das ist der Sinn dieser Stiftung und der Sinn des Andenkens an einen der größten Deutsch-Amerikaner.“ Johannes Beermann, Präsident der Steuben-Schurz-Gesellschaft, dankte zu Solms-Wildenfels und Becker für ihr Engagement: „Danke dafür, dass ein Raum des Erinnerns an Carl Schurz in unmittelbarer Nähe der Paulskirche geschaffen wurde.“
Die Steuben-Schurz-Gesellschaft in Frankfurt am Main geht auf drei Vereinsgründungen zurück. 1930, anlässlich des 200. Geburtstages des deutsch-amerikanischen Generals Friedrich Wilhelm von Steuben, wurde in Berlin die Steuben-Gesellschaft gegründet, die für Verständigung unter den Völkern stand. 1933, nach der Machtergreifung der NSDAP, wurde sie aufgelöst, weil sie sich der Bevormundung ihrer Arbeit standhaft widersetzte. 1948 wurde die Vereinigung als Steuben-Gesellschaft in Wiesbaden wieder ins Leben gerufen und 1950 mit der 1948 in der Paulskirche gegründeten Carl-Schurz-Gesellschaft zusammengeführt und als „Steuben-Schurz-Gesellschaft e.V.“ in das Vereinsregister eingetragen. Seither ist Frankfurt Hauptsitz der Gesellschaft.
Mit dem Bezug der Räumlichkeiten am Paulsplatz direkt neben der Paulskirche unterstützt die Stadt die Arbeit und das Engagement der Steuben-Schurz-Gesellschaft.
Foto: SSG-Vizepräsident Thomas F. Young, Bürgermeister Uwe Becker, SSG-Ehrenpräsidentin Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels und SSG-Präsident Johannes Beerbaum. Foto: Thomas F. Young, Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels, Uwe Becker und Johannes Beerbaum. Fotos: Stadt Frankfurt