"Offenbar gewerbsmäßig fängt der Besitzer einer Kleingartenanlage in Frankfurt-Sachsenhausen Stieglitze, um sie zu verkaufen. Im Mai wurden PETA Fotos und ein Bericht zugespielt, denen zufolge der Verantwortliche die Singvögel mit einem gefangenen Artgenossen anlockt", schreib PETA in einer Pressemitteilung.
"Bis zu 50 Tiere soll er auf diese Weise pro Monat einfangen. Die Tierrechtsorganisation hat die Tat am 25. Mai bei der Umwelt- sowie der Veterinärbehörde gemeldet – eine Antwort blieb bislang aus. Da Hinweisen zufolge anschließend weiterhin Vögel gefangen wurden, hat PETA wegen Verdacht auf Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz und das Tierschutzgesetz am 4. Juni Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt erstattet. Die Organisation fordert die Behörden auf, den Singvogelfang unverzüglich zu stoppen", so PETA
„Stieglitze sind bei einigen vermeintlichen Vogelliebhabern und -liebhaberinnen wegen ihrer bunten Farben und dem schönen Gesang begehrt, doch in einem Käfig verkümmern sie und sterben oft viel zu früh. Wie alle Singvögel stehen sie unter Schutz und dürfen nicht eingefangen werden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Wildtiere aus der Natur zu entführen, ist kein Kavaliersdelikt. Die Behörden dürfen den illegalen Vogelfang nicht länger ignorieren.“
"Stieglitze gehören zur Familie der Finken und sind fast überall in Deutschland zu Hause. Im Frühjahr gehen sie auf Partnersuche und folgen dem Gesang. Wegen des Verlusts an Lebensraum hat sich die Anzahl der Tiere in Deutschland seit 1990 halbiert. Michael Hormann von der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland hob 2016 hervor, wie bedeutend die Frankfurter Kleingärten für das Überleben der Tierart sind. [1] Das hat sich der Vogelfänger in Sachsenhausen offenbar zunutze gemacht", erklärt PETA abschließend.