Fotografischer Nachlass von Eric Schaal weltweit digital zugänglich

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Das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek hat die Porträtfotografien Eric Schaals erschlossen und digitalisieren lassen.

Mit Genehmigung des Weidle Verlags, Bonn, der die Rechte am Werk Eric Schaals hält, sind sie nun über das Portal der Deutschen Nationalbibliothek weltweit zugänglich.

In der Rangliste der am häufigsten nachgefragten Bestände des Archivs, belegt Schaals Nachlass einen oberen Platz. 229 Persönlichkeiten hat Schaal in nahezu 2.500 Aufnahmen porträtiert, darunter viele Persönlichkeiten, die wie er selbst aus dem nationalsozialistischen Machtbereich emigriert waren. Eric Schaal war vielseitig interessiert und verfügte über eine umfassende Bildung, die ihm die Türen zu den Kunst- und Kulturschaffenden und Wissenschaftler*innen seiner Zeit öffnete. Berühmte Namen finden sich unter den Porträtierten: Vicki Baum, Tania Blixen, Charlie Chaplin, Salvador Dalí, Alfred Döblin, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Oskar Maria Graf, Paul Hindemith, Aldous Huxley, Oskar Kokoschka, Sinclair Lewis, Sergej Rachmaninow, Elisabeth Rethberg, Max Schmeling, Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Erika Stiedry-Wagner, Bruno Walter, Thornton Wilder und Ernst Toller.

Eric Schaal überließ ihnen die Art der Darstellung. Oft fotografierte er seine Modelle in deren Arbeitsumfeld, im Atelier, am Schreibtisch, im Konzertsaal. Einzigartige Porträts sind so entstanden. 97 Aufnahmen sind mit handschriftlicher Widmung der Porträtierten versehen. „Herrn Eric Schaal, meinem besten Porträtisten“, signierte Thomas Mann eine Aufnahme und Stefan Zweig kommentierte kurz, aber aussagekräftig: „das dankbare Objekt mit vielen Grüßen Stefan Zweig“. Walter Mehring dankte Eric Schaal „für das Lichtbild-Porträt, das mich zum sprechen ähnlich darstellt - doch zugleich so geschmeichelt, wie ich gerne aussehen möchte - Es soll zum Vorbild dienen Ihrem Walter Mehring“ und Arnold Schönberg hoffte auf baldige Zusendung der Abzüge: „To Mr Eric Schaal, for not only making this picture, but also promising to send me copies. I hope this promise will be as good as this picture. Arnold Schönberg“.

Schaal war 1936 in die Vereinigten Staaten emigriert, hatte eine kaufmännische Ausbildung absolviert, sich aber schon als Jugendlicher der Fotografie verschrieben. Erst in den USA machte er sein Hobby zum Beruf. Er arbeitete ab 1937 zunächst für Alfred Eisenstaedts Agentur „Pix“, ab 1941 fotografierte er für die Magazine „Time“ und „Life“. Mehrfach wurden seine Arbeiten auf der Titelseite gezeigt. Sein Hauptgebiet war die Kunstfotografie, so porträtierte er Künstler*innen, fotografierte Kunstsammlungen, einzelne Kunstwerke und Ausstellungen. 1967 ließ sich Eric Schaal in der Schweiz nieder, er verstarb 1994 in Männedorf bei Zürich. Seit 2003 befindet sich der Nachlass des Fotografen Eric Schaal im Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek.



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