Psychologische Beratung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

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Patient:innen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen erhalten im Agaplesion Markus Krankenhaus neben der Behandlung ihrer Grunderkrankung auch eine spezielle psychologische Unterstützung.

Das Team der Psychogastroenterologie hält damit ein einzigartiges Angebot bereit, um psychische Belastungen der Betroffenen zu reduzieren.

„Während die psychologische Betreuung von Krebspatient:innen mittlerweile fester Bestandteil des Behandlungskonzepts ist, fehlt ein vergleichbares Angebot für Patient:innen, die an anderen chronischen Krankheiten wie zum Beispiel Herzerkrankungen, Diabetes oder Morbus Crohn und Colitis ulcerosa leiden. Dabei brauchen Letztere, oftmals noch sehr jungen, Menschen spezielle Unterstützung, um mit der Erkrankung im Alltag leben zu lernen“, sagt Dipl.-Psych. Claudia Gutmann, Leitung Psychoonkologie und Psychogastroenterologie.

Im Juni 2020 hat sie gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Susanne Schuler und Prof. Dr. med. Axel Dignaß, Chefarzt der Medizinischen Klinik I und aktueller Präsident der Europäischen Gesellschaft für Gastroenterologie (UEG), ein neues Beratungsangebot für alle stationären Patient:innen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ins Leben gerufen. Mit mehr als 2.000 Behandlungsfällen pro Jahr zählt das Agaplesion Markus Krankenhaus bundesweit zu den größten Zentren für die Behandlung von Patient:innen, die an Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn leiden. Diese lebensbegleitenden Erkrankungen können starke körperliche, psychische und lebenspraktische Einschränkungen mit sich bringen. Hier setzt die Psychogastroenterologie an, indem sie Betroffenen eine spezielle psychologische Unterstützung anbietet, die mit der medizinischen Betreuung Hand in Hand geht.

„Eine unter unseren Patient:innen durchgeführte Studie hat uns darin bestärkt, besonders jenen Patient:innen, die viele körperliche Beschwerden haben – wie beispielsweise Schmerzen und eine hohe Stuhlfrequenz – gezielt zu beraten“, erläutert Dipl.-Psych. Claudia Gutmann. Diese Studie hatte gezeigt, dass sich 61 Prozent der untersuchten stationären Patient:innen als depressiv beschrieben, sich aber nur 17,5 Prozent von ihnen ausreichend unterstützt fühlten. Da das Team der Psychogastroenterologie eng mit den behandelnden Ärzt:innen der Medizinischen Klinik I und der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie zusammenarbeitet, können solche Bedarfe frühzeitig erkannt und einer Chronifizierung psychischer Symptome zum Beispiel in Form einer Depression vorbeugt werden. „Wer sich für eine Beratung entscheidet, erhält von uns in Gesprächen Impulse, um den eigenen Umgang mit den körperlichen und psychischen Beschwerden zu verbessern. Außerdem unterstützen wir Betroffene bei Entscheidungen über medizinische Therapien und eröffnen eine Perspektive für das Leben mit der Krankheit“, sagt Dipl.-Psych. Claudia Gutmann.

Das Angebot wird von den stationären Patient:innen gut angenommen. Perspektivisch sollen auch alle CED-Patient:innen, die im Agaplesion Medizinischen Versorgungszentrum Frankfurt ambulant behandelt werden, von der psychologischen Beratung Gebrauch machen können. Um das Angebot ausweiten zu können, ist das Projekt auf weitere Spendengelder angewiesen.

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