Agentur soll Immobilienverkäufe an Genossenschaften vermitteln

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Der Magistrat der Stadt Frankfurt hat am Freitag, 1. Oktober,  beschlossen, die Gründung einer „Genossenschaftlichen Immobilienagentur Frankfurt am Main eG“ (GIMA Frankfurt) auf den Weg zu bringen. Ziel ist der Aufbau und Betrieb einer Vermittlungs- und Beratungsstelle für gemeinwohlorientierte Immobilienverkäufe in Frankfurt, damit Verkäufe vermehrt zu Gunsten gemeinwohlorientierter Wohnungsunternehmen geschehen.

„Bisher werden nach Verkäufen von Mehrfamilienhäusern meist Mieterhöhungen durchgesetzt, um die hohen Immobilienpreise in Frankfurt zu refinanzieren. Das führt bei langjährigen Mietverhältnissen zur Verdrängung der Bestandsmieterschaft. Auch die Aufteilung in Eigentumswohnungen und deren Verkauf ist finanziell extrem lukrativ, hat aber ähnliche soziale Folgen“, berichtet Planungsdezernent Mike Josef. „Eine Alternative bieten gemeinwohlorientierte Wohnungsunternehmen wie Genossenschaften, da ihre Geschäftspraxis anders ist. Sie sind Bestandshalter, bewirtschaften ihre Immobilien langfristig, sind nicht an maximaler Rendite orientiert, sondern am Wohl der Bewohnerschaft und ermöglichen deren Mitbestimmung. Deshalb wollen eine GIMA Frankfurt gründen.“

Hierfür wurde bereits ein Gründungsgutachten angefertigt, das zum Ergebnis kommt, dass Gründung und der Betrieb sinnvoll sind und darüber hinaus eine städtische Beteiligung an der Realisierung ausschlaggebend für das Gelingen des Vorhabens ist. Eine solche Agentur kann einen Mehrwert für die Bürgerschaft darstellen und künftig mehr Wohnhäuser in gemeinwohlorientierte Hände überführen.

Die Magistratsvorlage geht nun zur Beratung und Beschlussfassung in die Gremien der Stadtverordnetenversammlung. Nach erfolgtem Beschluss ist vorgesehen, dass die Stadt mit Genossenschaften, dem Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen und der KEG zusammen die GIMA Frankfurt als eingetragenen Genossenschaft gründet. Weitere Mitglieder können hinzukommen und zahlreiche Häuser sollen dann an gemeinwohlorientierte Wohnungsunternehmen verkauft werden. Die GIMA hat hier lediglich eine Vermittlungstätigkeit und finanziert sich durch eine Aufwandsentschädigung bei den Verkäufen selbst.

„Wir sind überzeugt, mit einer GIMA Frankfurt Mieterinnen und Mieter vor Verdrängung schützen zu können, die Mietpreisentwicklung abzubremsen und eine gewisse Entspannung des Wohnungsmarktes zu erreichen“, fasst Planungsdezernent Josef die Vorteile zusammen.



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