Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause kann das Barock am Main-Festival im Hof der Höchster Porzellan-Manufaktur endlich wieder stattfinden. Mit Unterstützung von Kulturdezernentin Ina Hartwig und Autor Rainer Dachselt präsentiert Michael Quast, Leiter des Festivals und Direktor der Volksbühne im Großen Hirschgraben, das diesjährige Programm erstmalig in der Volksbühne.

Performance Junges Schauspiel - Uraufführung am 2. April, 19.00 Uhr, Historisches Museum Frankfurt

Das Künstlerhaus Mousonturm erhält eine Doppelspitze: Anna Wagner und Marcus Droß teilen sich ab 1. September die Intendanz und Geschäftsführung des Mousonturms. So hat es der Aufsichtsrat des Hauses auf Vorschlag der Aufsichtsratsvorsitzenden Kulturdezernentin Ina Hartwig beschlossen. Die Ernennung erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung durch den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main. Marcus Droß und Anna Wagner sind seit vielen Jahren im Mousonturm tätig: Droß ist seit 2012 Dramaturg des Künstlerhauses, das er in der Saison 2012/13 interimistisch mitleitete; Wagner arbeitet seit 2014 als Dramaturgin am Haus. Beide sind seit einiger Zeit auch Teil der künstlerischen Leitung und treten nahtlos die Nachfolge von Matthias Pees an, der im Sommer die Intendanz der Berliner Festspiele übernimmt.

 

Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Hartwig sagt: „Künftig wird der Mousonturm nicht mehr nur von einer Person, sondern von Anna Wagner und Marcus Droß gemeinsam geleitet. Darüber freue ich mich sehr. In Deutschland muss man auf institutioneller Seite noch mit der Lupe nach Leitungsteams im Bereich der Theater suchen. Wir hier in Frankfurt möchten diesen Weg jetzt mit dem Mousonturm einschlagen, unsere eigenen Erfahrungen sammeln und auch weitergeben. Dabei soll an die erfolgreiche Entwicklung des Hauses angeknüpft werden, das unter der Leitung von Matthias Pees und seinem Team in den vergangenen Jahren seine Position als internationales Produktionshaus ausbauen konnte; ich verspreche mir von diesem Modell darüber hinaus neue Akzentsetzungen auf inhaltlicher und institutioneller Ebene. Wagner und Droß haben in ihren Positionen und Arbeitsbereichen das Profil und die Netzwerke des Künstlerhauses maßgeblich mitgeprägt. Sie greifen auf diese fundierten Erfahrungen und Kompetenzen zurück, wenn sie künstlerisch und institutionell notwendige Transformationsprozesse entwickeln und umsetzen."

Anna Wagner und Marcus Droß begreifen als neues Leitungsteam das Künstlerhaus Mousonturm als ein „Interface für Teilhabe, Zugänglichkeit und Vermittlung" und wollen es seinen überregionalen und internationalen Netzwerken und der Frankfurter Stadtgesellschaft gegenüber weiter öffnen.

Anna Wagner sagt: „Wir freuen uns sehr, zusammen mit dem hochkompetenten Kolleg:innen-Team und herausragenden Künstler:innen den Mousonturm als zentrales Haus der freien darstellenden Künste für die Frankfurter:innen sowie die nationale und internationale Szene neu gestalten zu können. Als ‚Modellinstitution' verstehen wir es als unsere Aufgabe, das Wissen und die Erfahrungen, die im Bereich von künstlerischen Großprojekten und längerfristigen Maßnahmen gesammelt werden, als ‚open source' zugänglich zu machen. Mit dieser Öffnung des Mousonturms eng verbunden sind für uns die strukturellen Transformationsprozesse, die wir gemeinsam mit dem Team und Expert:innen konsequent dialogisch entwickeln und mehrgleisig umsetzen wollen."

 

Zudem soll die künstlerische Ausrichtung des Künstlerhauses Mousonturm weiter profiliert werden, indem Tanz und Performance als zentrale Programmschwerpunkte noch deutlicher in den Vordergrund rücken. Die Spielarten in diesem immer schon internationalen und spartenübergreifenden Feld spiegeln nach Ansicht von Droß und Wagner gegenwärtig mit aller Deutlichkeit und Dringlichkeit die sensible Verflechtung zwischen Körper und Politik.

 

Marcus Droß sagt: „Tanz und Performance erleben wir als den weltumspannenden, vielstimmigen, formenreichen und ausdrucksstarken künstlerischen Schauplatz für rigorose Kritik und weitreichende Vision. Wir wollen Inszenierungen und Projekte ermöglichen und präsentieren, in denen sich ein weites Spektrum von Alltagserfahrungen, engagierte kunst- und gesellschaftskritische Diskurse sowie pop-, sub- und soziokulturelle Körper- und Darstellungspraktiken durchdringen. So bleibt das facettenreiche Programm mit einem wachsenden, diversen und generationsübergreifenden Publikum verbunden und ist dabei offen, faszinierend und herausfordernd zugleich."

Gleich zu Beginn ihrer Intendanz knüpfen Anna Wagner und Marcus Droß in der kommenden Saison an noch gemeinsam mit Matthias Pees und weiteren verantwortlichen Partnern initiierte Festivals und Kooperationsprojekte an, bei denen das Künstlerhaus Mousonturm eine zentrale Rolle in der Umsetzung übernommen hat: „Politik im Freien Theater" (September 2022), „Theater der Welt" (Juni/Juli 2023) und die Fortführung der Tanzplattform Rhein-Main (2022-2025).

Auch in diesen Großprojekten soll sich Frankfurt mit dem dynamischen Zusammenleben einer multidiversen und global vernetzten urbanen Gesellschaft widerspiegeln und den fundamentalen Transformationsauftrag, der von der Stadtgesellschaft im Hinblick auf Kunst und Kultur ausgeht, konkret erfahrbar machen. Ein Auftrag, der sich in Zeiten akuter globaler Krisen auf vielfache Weise zuspitze, sagen Anna Wagner und Marcus Droß: „Wir sehen den Mousonturm als ein Gegenwartslabor. Hier stiften Künstler:innen mit ihren konkreten, innovativen, visionären Praktiken stetig Anlässe, um für einen machtkritischen Austausch zwischen Menschen aus Frankfurt und Menschen aus anderen Regionen der Welt, insbesondere dem globalen Süden, Bedingungen und Regeln für Begegnungen und Kooperationen neu auszuhandeln und nachhaltig zu verändern."

 

Foto: Neues Leitungsteam des Künstlerhauses Mousonturm: Marcus Droß und Anna Wagner, Copyright: Maximilian von Lachner

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