Auf jeden Fall lohnt sich ein Blick zurück auf diese Zeit. Auf jeden Fall war der Sprit deutlich billiger als heutzutage. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, wonach die Fahrt zur Tankstelle ein ordentliches Loch in den Geldbeutel riss. Es galt schließlich zu bedenken, dass der Verdienst geringer als heute war und die Verbrauchswerte der damaligen Autos sowohl beim Benzin als auch beim Motoröl deutlich höher lagen als jetzt.
Ein weiteres kam hinzu: die Technik war anfälliger, allerdings leichter zu reparieren. Zündkerzen wechseln, Kontakte prüfen oder die Auspuffanlage instand setzen, diese Arbeiten ließen sich bei einigermaßen Geschick selbst erledigen. Bei größeren Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten gab es „Mietwerkstätten“, in denen man gegen einen kleinen Obolus überdacht arbeiten und überdies vor Ort das nötige Werkzeug ausleihen konnte.
Eine kurze Reminiszenz gebührt an dieser Stelle dem VW-Käfer, der damals bei jungen Leuten ein häufiger Begleiter war und sich als ausgesprochen reparaturfreundlich präsentierte: Der Motor war mit vier Schrauben befestigt und mit Hilfe von drei bis vier Kumpel konnte die Maschine ausgebaut werden, indem große Holzklötze unter den Motor gepackt und die Karosse einfach über den dann freistehenden Motor gehoben wurde.
Die leichte Wartung und hohe Zuverlässigkeit machte vergessen, dass der Käfer so manche „Unart“ aufwies. Das Heizungssystem über Wärmetauscher ließ im Winter oft zu wünschen übrig, weil die Klappen für den Luftdurchlass gerne festgerostet waren. Einen Ausgleich gab es im Sommer, wenn sich genau diese Klappen nicht schließen ließen. Solche Probleme gab es natürlich bei wassergekühlten Fahrzeugen nicht. Da war es eher der Kühler, der gelegentlich aufmuckte und mit Flüssigkeit nachgefüllt werden musste.
Was immer an Reparaturen, Wartungen, Versicherung und Steuer Geld kostete: Es war ein Geringes im Verhältnis zur Freiheit, die ein Automobil mit sich brachte.
Zum Autor
Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (74) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur bis heute als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.